Tarifrunde 2018 - Lesen hilft

700 Beschäftigte demonstrieren für Tarifforderungen der IG Metall

  • 08.01.2018
  • igm
  • Aktuelles, Bildergalerie, Tarif 2018, Betriebsräte/Vertrauensleute

Rund 700 Beschäftigte folgten in Berlin dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik. Sie setzten damit ein erstes Ausrufezeichen Richtung Arbeitgeberlager, die mit juristischem Geplänkel agieren statt sich inhaltlich auseinanderzusetzen. Der nächste Warnstreik findet am Dienstag statt.

Zahlreiche Beschäftigte von GE und MAN Diesel & Turbo unterstützten die IG Metall-Forderungen.

Fotograf: Christian v. Polentz / transitfoto.de

Um 9.40 Uhr formierte sich der Demonstrationszug. Kolleginnen und Kollegen von Otis, MAN Diesel & Turbo, Robert Bosch Steering reihten sich ebenso ein wie Beschäftigte der nicht tarifgebundenen Betriebe Borsig und KB Powertech. In beiden Betrieben hatten die Arbeitgeber alle Register gezogen, um Beschäftigte daran zu hindern, ihr legitimes Streikrecht wahrzunehmen. Umso schöner, wie viele Kolleginnen und Kollegen die Forderungen von IG Metall und Beschäftigten durch ihre Präsenz unterstützten. Am Ende marschierten rund 700 Beschäftigte bei kaltem, aber schönem Wetter von der Otisstraße 33 zum Kundgebungsort.

Juristisches Fingerhakeln scheint ohnehin eine Disziplin, in der die Arbeitgeber aktuell eine Goldmedaille anstreben. Anstatt sich mit der Forderung der IG Metall nach flexiblen Arbeitszeitmodellen inhaltlich auseinanderzusetzen, erklären sie die Forderung für kurzerhand rechtswidrig. „Dafür gibt es überhaupt keinen Anhaltspunkt“, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin Brandenburg und Sachsen. "Die IG Metall schlägt mit ihrer Forderung ein innovatives Arbeitszeitmodell vor, das geeignet ist, die bisher bestehenden Teilzeitmodelle abzulösen und Diskriminierungen gerade zu beseitigen." Die Forderung sei eine Chance für familien- und gesundheitsförderliche Arbeitszeiten in den Betrieben. Davon würden Frauen mindestens ebenso profitieren wie Männer, so Höbel. Dazu müssten die Arbeitgeber aber auch die Forderung der IG Metall genau studieren.

Für Klaus Abel ist das juristische Getöse der Arbeitgeber beredtes Zeichen dafür, dass die Arbeitgeber in Wirklichkeit nicht viele gute Argumente gegen die Forderungen von Beschäftigten und IG Metall haben. „Ich bedanke mich für Euer zahlreiches Erscheinen. Ihr gebt damit die richtige Antwort auf den Unfug aus dem Arbeitgeberlager“, sagt der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin.

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie haben sich nach Ende der Friedenspflicht bundesweit bereits über 15.000 Beschäftigte aus mehr als 80 Betrieben an Warnstreiks und Aktionen beteiligt. (Stand 8.1.2018, 14 Uhr)



Drucken Drucken