Tarifrunde Metall-und Elektroindustrie 2015

Geschafft: Mehr für Alle!

  • 26.02.2015
  • bg
  • Aktuelles, Tarif 2015

Metaller einigen sich in der vierten Verhandlungsrunde auch für Berlin-Brandenburg auf mehr Lohn, mehr Bildung und bessere Altersteilzeit. Die Einigung für rund 100.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie konnte mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. (VME) am Donnerstagvormittag erzielt werden. Darunter fallen auch die sächsischen Betriebe im VME, mit über 10.000 Beschäftigten.

Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

Der Abschluss übernimmt die Ergebnisse des Pilotabschlusses und sieht ebenfalls eine Einkommenserhöhung ab April um 3,4 Prozent vor. Für die ersten drei Monate gibt es im März eine Einmalzahlung von 150 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2016.

Altersteilzeit neu gefasst
Ab dem 1. April 2015 gilt ein neuer Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente, der auch in Zukunft vier Prozent der Beschäftigten den vorzeitigen Ruhestand ermöglicht. Die neue Altersteilzeit wird an die neue Rentengesetzgebung 63/45 angepasst, untere Entgeltgruppen profitieren von höheren Aufstockungsbeträgen.

Erfolg der Beschäftigten
IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer, Olivier Höbel, bewertete den zügigen Abschluss als einen »gelungenen Kompromiss mit positiver Wirkung für die Zukunftsfähigkeit der Branche.« Die IG Metall sei mit drei anspruchsvollen Themen angetreten und habe auch zu allen ein Ergebnis erreicht. »Das Verhandlungsergebnis ist vor allem ein Erfolg für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen. Sie haben sich mit einem besonders großen Engagement in Warnstreiks, Kundgebungen und Aktionen für dieses Ergebnis eingesetzt«, hob Höbel hervor.

Neuer TV Bildung
Beschäftigte, die sich während ihres Arbeitslebens persönlich weiterbilden wollen, haben künftig einen Anspruch auf Freistellung für Bildung. Eine finanzielle Förderung der Qualifizierungsmaßnahme gibt es in Absprache mit den Betriebsparteien, analog zur Altersteilzeit. Der Kompromiss beruht auf einem neuen „Tarifvertrag Bildung“ mit Regelungen wie in Nordrhein-Westfalen.

Ganze Region profitiert von mehr Geld
Höbel unterstrich die Bedeutung des Abschlusses auch als einen großen Erfolg für die gesamte Region. »Das Ergebnis bringt den Beschäftigten einen spürbaren Einkommenszuwachs, der sie am erarbeiteten Erfolg der Unternehmen beteiligt. Handel und Dienstleistungen profitieren von der Tariferhöhung unmittelbar, da die Beschäftigten mehr ausgeben können. Deshalb sind unsere Tarifverträge immer ein Mehr für Alle«, so Höbel.

Fuß in der Tür
Ein großer Fortschritt ist der Einstieg in eine geförderte Bildungsteilzeit. »Die Arbeitgeber haben sich monatelang gegen die persönliche Weiterbildung gestemmt und mussten am Ende ihre Blockade räumen, weil sie auf dem Holzweg waren«, so Höbel. Für An- und Ungelernte sieht der Tarifvertrag vor, auf Basis eines festgestellten Bedarfs, Programme für berufsqualifizierende Abschlüsse anzubieten.

So geht's weiter ...
Am Freitag (27.02.) kommen die Tarifkommissionen des Bezirks in Berlin-Schönefeld zusammen, um über das erzielte Ergebnis zu beraten und anschließend in den Betrieben zu diskutieren. Eine abschließende Empfehlung an den Vorstand über eine mögliche Annahme findet am 6. März statt.

Wer profitiert vom Tarif?
Vom Tarifergebnis mit der IG Metall profitieren über 100.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg. Davon arbeiten rund 70.000 Beschäftigte in Betrieben mit Flächentarifbindung durch die Mitgliedschaft des Unternehmens im Arbeitgeberverband VME. Zusätzlich sind große Unternehmen aus Sachsen mit über 10.000 Beschäftigten im VME Mitglied und somit tarifgebunden. Darüber hinaus orientieren sich die übrigen Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie an den IG Metall-Tarifen.

Nicht-Mitglieder gehen leer aus
Beschäftigte, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind und/oder der Arbeitgeber ohne Tarifbindung ist, haben keinen verbindlichen Anspruch auf die jetzt abgeschlossenen tariflichen Leistungen.


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