Tarifkommission Bezirk:

Selbstbewusst und gut vorbereitet in die Tarifrunde 2018

  • 15.09.2017
  • aw/jme
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, Tarif 2018

Die Vorbereitungen zur Tarifrunde 2018 der Metall- und Elektroindustrie laufen auf Hochtouren. In Berlin-Schönefeld trat am Donnerstag die Tarifkommission des Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen zusammen – zeitgleich mit den Tarifkommissionen in den anderen IG Metall-Bezirken. Neben der Forderung nach mehr Geld wird es 2018 auch um die Arbeitszeit gehen.

Selbstbewusst und gut vorbereitet für die Tarifrund 2018: die Tarifkommission...

... Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig...

...Carmen Bahlo, Betriebsratsvorsitzende ZF Brandenburg...

... und Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen Fotos: Frank Schnelle

 „Wir gehen selbstbewusst und gut vorbereitet in die kommende Tarifrunde 2018“, sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Das wird eine engagierte Tarifrunde mit Forderungen zum Entgelt und zur Arbeitszeit.“ Und weiter: „Die digitalisierte Arbeitswelt wird von einer zunehmenden Flexibilität geprägt. Die IG Metall tritt in dieser Tarifrunde an, diese flexiblere Arbeitswelt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gestalten. Die Arbeitgeber-Forderungen nach der Auflösung des Acht-Stunden-Tages und weiterer Deregulierungen der Arbeitszeit-Bestimmungen weisen auf den harten Konflikt hin, der uns ins Haus steht.“

Die Mitglieder der Tarifkommissionen diskutierten intensiv die Themen bessere Verfügbarkeit und zusätzliche freie Tage, insbesondere in besonders belasteten Arbeitssituationen wie zum Beispiel Schichtarbeit, Pflege oder Erziehungszeiten. Wichtig ist dabei insbesondere ein voller Entgeltausgleich, um solche Regelungen auch breit zu verankern. 

„Es geht nicht nur um den Wert der Ware Arbeitskraft, sondern auch um die Verfügbarkeit der Ware Arbeitskraft“, sagte Bernd Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Leipzig. "Damit greifen wir ins Direktionsrecht der Unternehmer ein. In der Vergangenheit waren Auseinandersetzungen um die Arbeitszeit stets die härtesten Auseinandersetzungen, aber wir sind vorbereitet.“

Die Aussichten auf die wirtschaftliche Lage 2018 sind sehr gut. Auf dieser Grundlage sprachen sich viele in ihren Redebeiträgen dafür aus, die Entgelte um sechs Prozent deutlich zu erhöhen.

Ein weiteres Thema: die Angleichung der Wochenarbeitszeit in Ost und West. „Die Beschäftigten im Bezirk sind nicht einverstanden, 27 Jahre nach der deutschen Einheit mit einer unterschiedlichen Wochenarbeitszeit zu leben“, sagte Olivier Höbel. „Die Arbeitgeber sind gut beraten, mit uns über einen Einstieg in eine ernsthafte Lösung zu verhandeln.“

Die Tarifkommission stimmte über eine Vereinbarung zwischen Gesamtmetall und IG Metall über ein einmaliges Sonderkündigungsrecht für Manteltarifverträge ab. Sie entschied sich einstimmig bei einer Enthaltung, die Kündigungsfrist auf einen Monat zu kürzen.

Die konkreten Forderungen für die insgesamt rund 280.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen diskutieren nun die IG Metall-Mitglieder in den Betrieben.  In der kommenden Tarifkommissionssitzung am 24. Oktober stehen die Kündigungen der Mantel- und Entgelt-Tarifverträge als auch die Forderungsbeschlüsse auf der Tagesordnung. Der Tarifauftakt ist am 4. November in Zwickau.


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