220 Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze

LEDVANCE: Investor will Berliner Standort schließen

  • 13.11.2017
  • igm
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

LEDVANCE ist erst seit dem 1. März 2017 selbstständig. Und schon vergisst der Investor MLS seine Versprechen. Statt von Deutschland aus für den Weltmarkt zu produzieren, will er nun 1.300 von 2.400 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen – davon 220 in Berlin.

„Versprechen sind einzuhalten. Das gilt auch für chinesische Investoren“, sagt Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter über die bekannt gewordenen Pläne von MLS, von den vier Werken in Deutschland Augsburg und Berlin zu schließen. „Es ist offensichtlich, dass es MLS durch den Kauf von LEDVANCE nur darum ging, sich einen Marktzugang nach Deutschland und Europa zu sichern. Versprochen war, dass von Deutschland aus für den weltweiten Markt produziert werde“, kritisiert er die Entscheidung.

Insgesamt beschäftigt LEDVANCE in Deutschland 2.400 Arbeitsplätze von denen MLS 1.300 abbauen will. Damit sollen die Beschäftigten auch für die Managementfehler bezahlen. Denn das Management hat es versäumt, in zukunftsträchtige Technologien zu investieren, sei es für den Hausgebrauch, sei es für Kommunen in Form von innovativen Straßenlampen. „Wir fordern deshalb, dass der Investor diese Investitionen tätigt statt Werke zu schließen und Arbeitsplätze abzubauen“, sagt Klaus Abel.

Genauso äußern sich auch Gesamtbetriebsrat, Konzernbetriebsrat und IG Metall. Sie kritisieren Investor und Geschäftsleitung für ihre Politik. „LEDVANCE hat keinerlei Alternativvorschläge zu ihrem Kahlschlag-Szenario vorgelegt“, kritisiert der Konzernbetriebsratsvorsitzende Andreas Jakob.

Auch die IG Metall verurteilt die Pläne scharf: „Wir fordern ein nachhaltiges Zukunftsprogramm für die LEDVANCE-Standorte, erwarten arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen und vernünftige Lösungen für die Kolleginnen und Kollegen“, so Angela Steinecker, Unternehmensbeauftragte der IG Metall für LEDVANCE GmbH.


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