Mercedes brennt komplett aus:

Vermutlich Neonazis – Brandanschlag auf Auto von Berliner IG Metaller

  • 23.01.2017
  • ka
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, Jugend

In der Nacht von Sonntag auf Montag haben bisher noch unbekannte Täter, wahrscheinlich aus dem rechten Politikspektrum, das Auto des langjährigen IG Metall- und Stadtteilaktivisten Detlef Fendt in Neukölln angezündet. Fendt zeigt klare Kante gegen Nazis im Viertel.

Feiger Anschlag gegen den Berliner IG Metaller Detlef Fendt Bild: privat

Sie kommen nachts, zünden Autos an und riskieren dabei das Leben Unschuldiger: Neonazis, die derzeit in Neukölln ihr Unwesen treiben. „Das war jetzt in vier Wochen der achte Angriff auf Linke und Antifaschisten“, sagt Detlef Fendt. Vorher schon waren eine Sozialdemokratin, ein linker Buchladen und der Jugendverband der Falken in Neukölln Opfer rechter Gewaltanschläge geworden, alles binnen eines Monats.

Der Rentner hatte gerade einen Film zu Ende geguckt, als die Nachbarn klingelten: „Die haben dein Auto angezündet.“ Gemeinsam konnten sie nur noch zusehen, wie die Feuerwehr vergeblich versuchte,  den mit mehreren tausend Euro in monatelanger Kleinarbeit liebevoll restaurierten Fast-Oldtimer von Mercedes zu löschen.  Es hat nichts genutzt: „Das Feuer war so stark, dass nichts übrig geblieben ist“, sagt Detlef Fendt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Der heute 64-Jährige hat 46 Jahre als Werkzeugmacher bei Mercedes Benz in Berlin gearbeitet – vom ersten bis zum letzten Arbeitstag seines Lebens war er beim Daimler. Noch länger dauert inzwischen sein Engagement bei der IG Metall in Berlin. Fast vom ersten Arbeitstag an hat er sich als IG Metaller zunächst als Jugendvertreter, später als Delegierter, Vertrauensmann und Leiter des Vertrauenskörpers bei Mercedes für Arbeitnehmerinteressen engagiert. Noch heute gibt er am Pichelsee Seminare für die Vertrauensleute der IG Metall.

Ebenso lange schon engagiert sich Detlef Fendt, dessen Großvater die Nazis in einem Konzentrationslager folterten und malträtierten, in linken und antifaschistischen Zusammenhängen. Aktuell im Kiez der Hufeisensiedlung, wo er sich in einem bunten Bündnis aus Sozialdemokraten, Grünen, Linken und „einem spanischen Anarchisten“, wie er einen seiner Nachbarn liebevoll betitelt, vor Ort gegen Nazis und für allerlei andere Themen engagiert. „Wir haben uns vor NPD-Ständen positioniert und Flagge gegen rechts gezeigt“, sagt Detlef Fendt. „Dabei haben uns die Rechten auch fotografiert.“ Und sich nun vermutlich gerächt – feige und hinterhältig mit einem Brandanschlag.

Detlef Fendt, seine Nachbarn aus der Hufeisensiedlung sowie Berliner Metallerinnen und Metaller und viele andere rufen daher für Samstag zu einer Demo gegen Intoleranz und Rassismus unter dem Motto "Gesicht zeigen gegen die Feinde der Demokratie" auf: Samstag ab 15:00 Uhr vor der Hufeisentreppe in der Fritz-Reuter-Alle 48. Ein breites Bündnis von IG Metall Berlin und -Bildungszentrum über DGB, SPD, Grüne, Die Linke bis hin zu Nachbarschaftsinitiativen und Gewerbetreibenden lädt zur Demo ein.


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