Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler besucht GE

GE: Hinter 500 Beschäftigten stehen auch 500 Familien

  • 22.01.2018
  • cb
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Der GE-Vorstand will die Fertigung am Standort Marienfelde schließen. Das könnte bis zu 650 Arbeitsplätze kosten. Aus diesem Anlass besuchte am Montag Angelika Schöttler (SPD), die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schönefeld, zusammen mit Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, den GE-Betriebsrat in Marienfelde.

Foto: Gabi Senft / transitfoto.de

Bereits direkt nach der Bekanntgabe der Abbaupläne des GE-Managements im Dezember, hatte sich Angelika Schöttler offen zu Wort gemeldet. „Für die betroffene Belegschaft ist das eine sehr beunruhigende Entwicklung und ich möchte mir in den nun folgenden Gesprächen mit dem Betriebsrat, der Belegschaft und der IG Metall zunächst einen Überblick über die Situation verschaffen“, sagte Angelika Schöttler.

Am Montag, den 22. Januar 2018 besuchte sie den Standort. Der Betriebsratsvorsitzende Martin Ruess informierte die Bezirksbürgermeisterin über die aktuelle Lage und die Abbaupläne am Standort. Der Bereich von GE Power soll neu ausgerichtet und aufgeteilt werden. Hier sieht Martin Ruess aber die Möglichkeit, den Standort zu stärken, in dem mehr Entscheidungen in Eigenverantwortung am Berliner Standort getroffen werden. „Die Beschäftigten haben viele gute Ideen, wie wir einen zukunftsfähigen Betrieb in Berlin mit einer eigenen Fertigung betreiben können“, sagte Martin Ruess. „Uns muss die Möglichkeit gegeben werden, diese Ideen umzusetzen und zu leben. Wenn der Energiemarkt sich weltweit wieder erholt, muss am Standort in Berlin mehr übrigbleiben als ein Schulungszentrum. Die Abbaupläne müssen vom Tisch.“

Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, unterstrich wie wichtig es sei, die Veränderungsprozesse in der Industrie mitzugestalten. „Die Transformation in der Berliner Industrie ist eine der zentralen Herausforderungen. Das sieht man bei Betrieben wie GE, Siemens, Ledvance uns OSRAM. Gerade das Beispiel OSRAM zeigt, wie man einen Standort neu für die Zukunft aufstellen kann. Wir werden mit aller Kraft die Beschäftigten von GE unterstützen, auch ihren Standort für die Zukunft zu sichern.“

Das sieht Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler auch so. „Marienfelde ist ein Industriestandort und Marienfelde soll ein Industriestandort bleiben! Hinter 500 Beschäftigten stehen auch 500 Familien. Jede Idee, wie der Standort erhalten werden kann, hat es verdient, ernsthaft vom GE-Management gehört und geprüft zu werden“, so Schüttler. Mehrere Pressevertreter, darunter der rbb, waren bei dem Gespräch dabei.

Im Anschluss führte der Betriebsrat die Bezirksbürgermeisterin durch die Produktion. „Ich werde auf das GE-Management zugehen und werde mir berichten lassen, wie GE mit den Vorschlägen von Betriebsrat und Beschäftigen verfahren wird. Außerdem will ich wissen, welche Überlegungen die Werksleitung hat, diesen Standort mit seinen Beschäftigten zu sichern“, sagte Schüttler.


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