Autokorso gegen Multimilliardärs-Machenschaften:

Knorr-Bremse: Der Lohnklau geht weiter

  • 14.03.2018
  • ab
  • Aktuelles, KB PowerTech, Betriebsräte/Vertrauensleute, Bildergalerie

Die Knorr-Bremse AG des Multimilliardärs Heinz Hermann Thiele verspricht ihrer Belegschaft bessere Arbeitsbedingungen. Die orientieren sich zwar an dem jüngst von der IG Metall erfolgreich verhandelten Tarifabschluss. Was das Management verschweigt: Der Lohnklau geht weiter – denn bei Knorr-Bremse müssen die Arbeitnehmer einen ganzen Tag (!) pro Woche länger arbeiten und damit 42 statt 35 Stunden wie in den Betrieben mit IG Metall-Tarif. Damit bleiben sie wie immer: deutlich schlechter gestellt.

Gleich 80 Kolleginnen und Kollegen in 35 Autos hatten sich von Reinickendorf per Autokorso auf den Weg nach Marzahn gemacht. Drinnen tagte der Aufsichtsrat des Milliardenkonzerns, draußen standen die gut 80 Knorr-Bremse-Beschäftigten von KB Powertech und machten gemeinsam mit Vertretern aus der Berliner Politik und der IG Metall deutlich, was sie von den Plänen halten: Augenwischerei, Steinzeitkapitalismus, Politik nach Gutsherrenart und Lohnklau waren die Stichworte, die der KB Powertech-Betriebsratsvorsitzende Michael Steinhoff sowie Andreas Buchwald und Klaus Abel von der IG Metall Berlin in ihren Reden nannten.

Der stellvertretende Reinickendorfer Bezirksbürgermeister Uwe Brockhausen (SPD) forderte das Management zu einer „wertschätzenden und würdigenden Lohnpolitik“ auf – und sagte in Richtung Belegschaft: „Es lohnt sich, Widerstand zu leisten und seine demokratischen Rechte wahrzunehmen.“

Knorr-Bremse hatte am Tag vorher angekündigt, die Entgelte bis Mitte 2020 deutlich zu erhöhen und auch eine Arbeitszeitreduzierung möglich zu machen. „Laut aktueller Forbes-Liste sind nur 112 Menschen auf der Welt reicher als Heinz Hermann Thiele Knorr-Bremse, der mit guten dreizehn Milliarden (!) US-Dollar Vermögen auf Platz 113 der weltweit reichsten Menschen liegt. Der sollte sich schämen, seine Belegschaft noch im Jahr 2018 mit 42 Stunden auszupressen, wo wir als IG Metall doch schon vor über 20 Jahren die 35 Stunden-Woche eingeführt haben“, sagt Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.


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