SIEMENS – LDA

Offener Brief gegen Verkauf der LDA im Siemens-Konzern

  • 11.07.2022
  • aw
  • Aktuelles

Auch aus Berlin stammen zahlreiche der rund 100 Unterschriften unter einem standortübergreifenden offenen Brief an den Siemens-CEO Roland Busch. In dem Brief appellieren die Unterzeichnenden an den Vorstandsvorsitzenden, den beabsichtigten Verkauf der Large Drive Applications noch einmal zu überdenken.

Nachhaltigkeit, soziale und ökologische Verantwortung, geopolitische Umwälzungen, aber auch unbestreitbares Potential für die Zukunft - es gibt viele Gründe für einen Verbleib der LDA bei Siemens.

Die Betriebsräte werden nicht müde, gemeinsam mit den Beschäftigten und der IG Metall für genau diesen Verbleib einzutreten und unterstreichen dies in ihrem Brief ein weiteres Mal. Innerhalb weniger Tage fand sich eine überwältigende Bereitschaft, diese Forderung zu unterstützen, bei Siemens und Siemens Energy, aber auch in anderen Unternehmen und nicht zuletzt bei Politiker/innen auf der lokalen, regionalen und bundesweiten Ebene.

„Wir haben im Dynamowerk unsere wirtschaftliche Situation deutlich verbessert. Unsere Kolleginnen und Kollegen verstehen die getroffene Entscheidung vom Vorstand nicht“, sagt Markus Ochmann, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender im Berliner Dynamowerk. „Tarifverträge, Altersteilzeit oder auch Standort- und Beschäftigungssicherung sind für uns nicht verhandelbar.“

„Im Berliner Dynamowerk werden Elektromotoren für die Grundstoffindustrie produziert, die beispielsweise in der Stahlindustrie und beim Schiffsantrieb eingesetzt werden. Bei den ökologischen und auch politischen Herausforderungen vor denen wir aktuell stehen, brauchen wir schnell Alternativen zu den Antriebstechnologien“, so Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Wir sollten unbedingt das Know-how der Beschäftigten und die Wertschöpfung im Lande erhalten. Deshalb macht der mögliche Verkauf des Dynamowerks keinen Sinn.“

Die Antwort von Siemens-Chef Roland Busch kam schnell: Freundlich aber bestimmt teilte er in einem Brief mit, dass der Vorstand überzeugt sei, „dass der Weg der Verselbständigung der LDA die erforderliche unternehmerische Freiheit sicherstellt, um weiterhin im Markt erfolgreich zu sein und auch in Zukunft als Technologieführer Wert für ihre Kunden und Mitarbeitenden zu schaffen.“