Arbeitgeber verweigert bislang Tarifvertrag:

Produktion bei Borsig steht still

  • 12.03.2018
  • ab
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Der zweieinhalbstündige Warnstreik der Beschäftigten bei Borsig hat gesessen. Und deutlich gemacht, was den Beschäftigten stinkt: Sie wollen einen Tarifvertrag, keinen Wildwuchs bei den Entgelten mehr, eine Leistungszulage und endlich das, was fast alle anderen auch bekommen – einen passenden Tarifvertrag.

Warnstreik bei Borsig. Fotograf: Christian v. Polentz / transitfoto.de

Lohnschwankungen von mehreren hundert Euro im Monat und andere nicht mehr zeitgemäße Regelungen: Das wollen sich die Beschäftigten nicht länger vom Borsig-Management gefallen lassen. Sie wollen einen eigenen Tarifvertrag. Am heutigen Montag ließen die Kollegen der Früh- und Spätschicht daher den Griffel fallen und legten für gute zweieinhalb Stunden die Arbeit nieder. „Das war eine super Aktion und ein Riesenerfolg“, sagt Andreas Buchwald, der bei der IG Metall für die Industriebetriebe zuständig ist. „Nahezu die gesamte Produktion stand still. Jetzt wird sich hoffentlich auch die Geschäftsführung endlich mit der IG Metall-Verhandlungskommission treffen, um einen Kompromiss auszuloten.“

Die Kolleginnen und Kollegen zogen um das Gebäude und machten lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam. Dabei hörten auch die Beschäftigten vom benachbarten MAN-Betrieb aufmerksam zu – die hatten 2017 die geplante Teilschließung ihres Werkes erfolgreich verhindern können. „Der Erfolg der MAN-Kolleginnen und Kollegen macht deutlich, dass es sich für Beschäftigte immer lohnt, sich für ihre Interessen selbst einzusetzen und dabei die Ressourcen der IG Metall zu nutzen“, sagt Andreas Buchwald.

Seit mehr als einem Jahr machen sich die Beschäftigten dafür stark, einen Tarifvertrag zu erhalten mit einer Besserstellung für Entgelte, Leistungszulage, Weihnachtsgeld und Arbeitszeit. „Die Geschäftsführung muss sich nur an den Verhandlungstisch setzen und mit uns über die Forderungen ihrer Belegschaft sprechen“, sagt Andreas Buchwald.


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