KfZ-Tarifrunde 2021:

Warnstreik in der Renault-Niederlassung in Tempelhof

  • 07.06.2021
  • Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Bildergalerie, Handwerk, Betriebsräte/Vertrauensleute

Nach Ende der Friedenspflicht und zwei Verhandlungsrunden machten gut drei Dutzend Metallerinnen und Metaller bei Renault heute Ernst und läuteten mit einem Warnstreik die Arbeitskampfmaßnahmen in der KfZ-Tarifrunde 2021 ein.

Gute Arbeit gibt es nicht zum Nulltarif: Auftakt der Warnstreiks der KfZ-Tarifrunde 2021 in der Renault-Niederlassung Tempelhof Fotograf: Christian v. Polentz / transitfoto.de

Über ein Jahr haben sie in den Werkstätten und im Service unter erschwerten Corona-Bedingungen gearbeitet, teilweise den ganzen Tag mit Maske. Doch ein Angebot, das diesen erschwerten Bedingungen gerecht wird, haben die Berliner KfZ-Arbeitgeber bisher noch nicht vorgelegt.

Daher geht es jetzt in der Warnstreikphase darum, so viele Beschäftigte wie möglich vor die Autohäuser zu holen. Denn auch die Kunden sollen mitkriegen, dass gute Arbeit nicht für lau zu haben ist: Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk haben ein Anrecht auf eine faire Erhöhung ihrer Löhne und Gehälter.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten des Kfz-Handwerks in der laufenden Tarifrunde vier Prozent mehr Geld und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Weitere Themen sind die strittigen Nachtschichtzulagen, für die das Bundesarbeitsgericht eine einheitliche Lösung angemahnt hat, die Überlegung, die unterste Stufe der Gruppierung zu streichen, sowie die Forderung der IG Metall nach einer tarifvertraglich geregelten Übernahme der Auszubildenden.

„Gute Arbeit gibt es nicht zum Nulltarif“, sagt Burkhard Bildt, der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall. „Daher werden wir den Druck jetzt weiter gezielt erhöhen, damit die Arbeitgeber sich bewegen.“

In Berlin profitieren etwa 6.000 der 10.000 Beschäftigten des KfZ-Gewerbes von den guten Tarifverträgen der IG Metall, nämlich all jene, wo der Betrieb aufgrund des guten Organisationsgrades der Beschäftigten in der IG Metall tarifgebunden ist. Sie verdienen mehr, arbeiten weniger und ihr Arbeitsplatz ist sicherer, auch weil sie den Rechtsschutz der IG Metall genießen.

Die anderen 4.000, die keine Tarifbindung haben, müssen so lange zu schlechteren Bedingungen arbeiten, bis sie sich in der IG Metall organisiert haben und ein erheblicher Teil der Beschäftigten IG Metall-Mitglied geworden ist.  Daher: Der Weg zu fairen Arbeitsbedingungen beginnt auch im Berliner KfZ-Gewerbe damit, Mitglied der IG Metall zu werden.