2.000 Beschäftigte auf der Straße

Warnstreik: Mit besten Grüßen an Stefan Moschko

  • 16.01.2018
  • igm
  • Aktuelles, Tarif 2018, Betriebsräte/Vertrauensleute, Bildergalerie

Rund 2.000 Berliner Beschäftigte waren am heutigen Dienstag dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik gefolgt. Vom grauen Niesel der Stadt ließen sich die Demonstrierenden nicht beirren und ließen die Arbeitgeber lautstark wissen, dass sie ohne verhandlungsfähiges Angebot demnächst länger auf die Straße gehen werden.

(c) Christian von Polentz/transitfoto.de

"Wie soll ich einem 1997 geborenen Auszubildenden erklären, dass er bei Siemens Mobility im Osten der Stadt drei Stunden länger arbeiten muss als seine Kollegin oder sein Kollege im Siemens Dynamowerk", fragte Bettina Haller, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Siemens Mobility und Konzernbetriebsratsvorsitzende von Siemens. Denn rational kann sie das nicht in der Regel einige Jahre nach dem Mauerfall Geborenen, können die Ignoranz der Arbeitgeber nicht nachvollziehen. Deshalb ist es endlich an der Zeit, dass Beschäftigte im Osten nicht mehr 38 Stunden pro Woche, sondern 35 Stunden in der Woche arbeiten.

Trotz Regenwetters nahmen 2.000 Beschäftigte am heutigen Warnstreik teil. Darunter auch Kolleginnen und Kollegen von Gemalto und von Atos. "Wir von Atos sind solidarisch mit den Beschäftigten und unterstützen die Forderungen der IG Metall", sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Uwe Große. Ausgegliedert aus der Siemens AG erleben die Beschäftigten von Atos seit Jahren, dass der Begriff "soziale Marktwirtschaft" immer weniger für das steht, was die Gründer der Bundesrepublik einst damit gemeint haben.

Umso wichtiger ist, dass die Beschäftigten zusammenstehen.  "Unser Unternehmen floriert. Wir sehen jedoch mit Schrecken, wie ein Siemens-Konzern mit seinen Beschäftigten verfährt. Deshalb solidarisieren wir uns mit den Kolleginnen und Kollegen vom Dynamowerk", sagte Markus Kapitzke, Vertrauenskörperleiter von BMW in Berlin.

Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, betonte das kraftvolle Signal, das die Beschäftigten einmal mehr in Richtung des Verhandlungsführers der Arbeitgeber, Stefan Moschko, gesandt hatten: "Wenn die Arbeitgeber nicht bald ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, werden wir es ordentlich krachen lassen", sagte Abel. Bis heute haben an den Warnstreiks der IG Metall 350.000 Beschäftigte in Deutschland teilgenommen.


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