Berliner Industriepolitik

Wirtschaftssenatorin diskutiert im IG Metall-Haus

  • 16.01.2018
  • pw
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„Industriepolitik für Berlin“ – welche Vorstellungen hat der Senat, welche Anforderungen gibt es aus Betrieben, von Betriebsräten und Gewerkschaften – zu dieser Diskussion hatte der DGB die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop ins IG Metall-Haus geladen. Etwa 50 Betriebsräte und Gewerkschaftsvertreter erlebten eine intensive und produktive Diskussion.

Fotograf: Christian von Polentz / transitfoto.de

Zu Beginn lobte der Berliner DGB-Vorsitzende Christian Hossbach, dass der neue Senat das Thema Industriepolitik und die regelmäßige Konsultation mit den Gewerkschaften aktiver als der vorherige Senat betreibe. Der gemeinsame Widerstand gegen Personalabbau und Entlassungsdrohungen wie bei Siemens, Ledvance und General Electric sind ein Beispiel dafür.

Sie werde auch in Zukunft die Beschäftigten unterstützen, betonte Ramona Pop. Die Fortsetzung der Energiewende, hin zu erneuerbaren Energien, eine nachhaltige und schadstoffarme Mobilitätspolitik und die Unterstützung der Unternehmen und Beschäftigten bei Themen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 stehen ebenfalls auf ihrer Agenda.

„Die Agentur für Arbeit sollte die Beschäftigten bei den damit verbundenen Qualifizierungsanforderungen unterstützen“, sagte sie. Das sei aber ein bundespolitisches Thema. Manche Unternehmen unterschätzen das Innovationstempo auf den Märkten. Wenn Senat und BVG etwa Elektrobusse beschaffen wollen und deutsche Unternehmen diese Fahrzeuge nicht rasch und in ausreichender Zahl liefern können, sei dies kein gutes Zeichen.

Von den Betriebsräten wurde gebeten, mehr Informationen und Unterstützung über Förderprogramme bei Investitionen ihrer Unternehmen zu bekommen. Das sagte die Senatorin zu. Die Betriebsräte von Siemens und GE machten auf neue Fertigungsmethoden wie additive Fertigung und 3D-Druck aufmerksam, die sich sehr schnell ausbreiten. Hier könne die Politik die Unternehmen stärken und ermutigen.

Von Gewerkschaftsseite kam die Anregung, das Format Industriedialog –  Veranstaltungen in einzelnen Unternehmen, mit der Senatorin, mit Gewerkschaften, IHK usw., um neue Entwicklungen und Trends in den Unternehmen besser sichtbar zu machen und die Unternehmen bei solchen neuen Produkten und Prozessen zu stärken – und ein dafür erforderliches Unternehmensnetzwerk wieder zu beleben. Dafür zeigte sich die Senatorin offen. Alles in allem eine spannende und anregende Veranstaltung!


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