Knorr-Bremse

APCB: Solidaritätsgrüße aus Berlin nach Wülfrath

  • 29.07.2019
  • ab
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, KB PowerTech

Kolleginnen und Kollegen von APCB in Berlin haben sich mit den Beschäftigten der KB Steering Systems in Wülfrath solidarisiert, wo Knorr-Bremse Produktion und Werk schließen will. Beide Betriebe samt ihren Arbeitsplätzen hatten Betriebsräte und IG Metall über einen Management Buyout vor der Insolvenz gerettet. Da schmerzt es umso mehr, dass Investor Knorr-Bremse mal wieder mit falschen Karten gespielt hat.

Der Betriebsratsvorsitzende Dogan Börühan (links) zusammen mit dem ehemaligen stellvertretenden Betriebsrat Peter Krämer. Fotos: (c) APCB-Betriebsrat

„Wir solidarisieren uns mit den Kolleginnen und Kollegen aus Wülfrath“, schreiben Betriebsräte und Beschäftigten von APCB in Berlin. Dabei belassen sie es aber nicht, sondern drucken ein Plakat, machen ein gemeinsames Foto und schicken es nach Nordrhein-Westfalen. Damit folgen sie den Beschäftigten von KB PowerTech, die ihren Wülfrather Kollegen bereits vor einigen Wochen den Rücken gestärkt hatten.

Die Beschäftigten beider Unternehmen teilen die Erfahrung, dass sie als ehemalige Ford-/Visteon-Betriebe schon einmal vor dem Aus standen. Ihre Arbeitsplätze konnten aber mit Hilfe eines kühnen Management-Buyout gerettet werden. Den hatten Betriebsräte in Berlin wie in Wülfrath zusammen mit der IG Metall mit externen Beraterinnen und Beratern organisiert.

Bei APCB in Berlin sichert dieser Buyout nach wie vor die Existenz des Betriebes, in Wülfrath versprach Knorr-Bremse Investitionen und einen Zukunftsplan, spielte aber mit falschen Karten.

Zum Hintergrund: Das System Knorr-Bremse und das Beispiel Wülfrath
In Wülfrath produzieren die rund 400 Beschäftigten unter dem Firmennamen KB SteeringSystems GmbH Lenksysteme für Fahrzeuge, entwickeln und bauen aber auch innovative Systeme für autonomes Fahren. Vor drei Jahren hat sich Knorr-Bremse in Wülfrath eingekauft. „Vor dem Kauf gab es auch ausländische Interessenten. Wir haben jedoch viel Hoffnung in die deutsche Knorr-Bremse gesetzt, weil wir als tarifgebundenes Unternehmen autonomes Fahren gemeinsam mit der Geschäftsleitung entwickeln wollten“, erinnert sich der Betriebsratsvorsitzende Ahmet Yildiz. In dieser Sichtweise hat der Vorstand den Betriebsrat damals bestärkt. Die Belegschaft hat entsprechend mitgezogen und sich reingehängt.

„Sie haben uns immer wieder falsche Versprechungen gemacht“, sagte Betriebsrat Kadir Bicerik im März 2019, als er mit Kolleginnen und Kollegen von der Knorr-Bremse-Zentrale in München protestierte. Der Konzern hatte beim Kauf ein Zukunftskonzept versprochen, es aber nie geliefert. Jetzt wissen die Beschäftigten warum: Knorr-Bremse war an der innovativen Technologie interessiert, die er lieber in Asien produzieren will.


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