KFZ-Tarifrunde 2025

Arbeitgeber stehen weiter auf der Bremse: IG Metall Berlin kündigt großen Autokorso am Montag, 28. April, an

25.04.2025 | In der laufenden Tarifrunde für das Kfz-Handwerk bleiben die Arbeitgeber weiter ohne Angebot. Um den Druck zu erhöhen, ruft die IG Metall Berlin für Montag, den 28. April, zu einem großen Warnstreik-Autokorso in Berlin auf. Unter dem Motto "Fairness auf allen Ebenen" machen sich Beschäftigte aus mehreren Autohäusern auf den Weg zur zentralen Kundgebung am Ernst-Reuter-Platz.

Die Beschäftigten im Kfz-Handwerk kämpfen gemeinsam mit ihrer IG Metall für 6,5% mehr Geld und 170 Euro mehr für Azubis - Foto: IGM

Auch die zweite Verhandlungsrunde der IG Metall für das Kfz-Handwerk NordOst endete gestern in Leipzig ergebnislos. Wie bereits bei der ersten Runde am 18. März legte die Arbeitgeberseite kein Angebot vor – für die IG Metall ein deutliches Zeichen mangelnder Verhandlungsbereitschaft.

"Anscheinend meinen sie, mit angezogener Handbremse kommt man durch diese Tarifrunde. Aber: Wer gute und motivierte Fachkräfte in seinen Unternehmen möchte, sollte auch für gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sorgen", kritisiert Philipp Singer, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. "Wer eine Abwanderung von guten Fachkräften verhindern will, darf sich einer deutlichen Entgeltsteigerung und Entlastung der Beschäftigten nicht verweigern."

IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Geld

Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde für das Kfz-Handwerk eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent und 170 Euro mehr für Auszubildende. Zudem setzt sie sich für eine Entlastungskomponente für besonders belastete Beschäftigte ein. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Belastung in den Betrieben sind diese Forderungen gerechtfertigt und realistisch umsetzbar. Statt echter Verhandlungsbereitschaft wiederholten die Arbeitgeber jedoch erneut das altbekannte Klagelied: wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Kosten und schwierige Rahmenbedingungen. Für die Beschäftigten ist das nicht akzeptabel – sie erwarten spürbare Verbesserungen bei Lohn und Arbeitsbedingungen.

"Die Beschäftigten in den Kfz-Werkstätten und Autohäusern haben in den letzten Wochen mit ihren Warnstreiks gezeigt, dass sie hinter ihren Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen stehen", betont Philipp Singer. Bisher beteiligten sich über 430 Beschäftigte aus Berliner Autohäusern und Werkstätten an den Warnstreiks. Während der Streikzeiten kam der Betrieb in den aufgerufenen Autohäusern und Werkstätten vollständig zum Erliegen.

IG Metall kündigt großen Autokorso am Montag in Berlin an

Um den Forderungen weiter Nachdruck zu verleihen, ruft die IG Metall Berlin für Montag, den 28. April, zu einem groß angelegten Warnstreik-Autokorso auf. Unter dem Motto "Fairness auf allen Ebenen" machen sich Beschäftigte mehrerer Berliner Autohäuser auf den Weg zum Ernst-Reuter-Platz. Dort beginnt um 11 Uhr eine zentrale Kundgebung.

Wer?

Aufgerufen sind alle Beschäftigte der BMW Niederlassung, Mercedes-Benz Niederlassung, Renault Retail Group, Iveco Nordost, MAN Truck and Bus, Porsche Zentrum Berlin und Audi Zentrum Berlin.

Wann?

10.00 bis 10.15 Uhr Start Autokorso in Weissensee, Spandau und Lichtenberg. Auf drei Routen geht es zum Salzufer am Ernst-Reuter-Platz, Kundgebung um 11.00 Uhr.

Wo?

Kundgebung aller Teilnehmenden um 11.00 Uhr, Salzufer, zwischen Englische Straße und Hanna-Kaminski-Straße, 10587 Berlin.

Die IG Metall ruft alle Beschäftigten zur Beteiligung auf – je mehr mitmachen, desto stärker das Signal an die Arbeitgeber: Ohne uns bewegt sich nichts!

 

Hintergrund:

Aktuell arbeiten rund 430.000 Menschen im Kfz-Handwerk, 91.000 davon profitieren direkt von einem Tarifvertrag der IG Metall. Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 170 Euro sowie eine Entlastungskomponente für die Beschäftigten.

Von: Annika Schwarze

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