Protest mit Wurst und Wut im Bauch

Atos: Die Katze ist aus dem Sack

  • 21.05.2019
  • ih
  • Aktuelles

Am 29.5. ist die nächste Verhandlungsrunde zwischen Atos-Geschäftsführung, Betriebsräten und IG Metall angesetzt. Der Konzern will transformieren und qualifizieren, vor allem aber auch Stellen abbauen und auslagern. In Berlin und an vielen anderen Standorten sind Beschäftigte auf die Straße gegangen.

(c) privat

Ihre Mittagspause nutzten die Berliner Atos-Beschäftigten einmal mehr, um gegen die Pläne der Geschäftsführung zu protestieren. Diese sehen vor, dass 600 der 7.500 in Deutschland Beschäftigten in andere Firmen wechseln, weitere 300 Jobs ins Ausland verlagert werden und noch einmal 600 Beschäftigte durch Altersteilzeit und Vorruhestand ausscheiden.

Eine Woche nach den letzten Verhandlungen hat nun Uwe Große, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Atos in Berlin inoffiziell erfahren, wohin das Management rund die Hälfte der 600 Arbeitsplätze verlagern will. „Die Geschäftsführung hat immer versichert, zuletzt in der Verhandlung am 9. Mai, dass die ausgelagerten Beschäftigten bei Firmen mit guten Arbeitsbedingungen unterkommen werden“, sagt Große. Jetzt ist die Katze aus dem Sack, obwohl das Atos Management die Betriebsräte noch nicht informiert hat. Das Unternehmen, das nun Arbeiten und Arbeitsplätze übernehmen soll, steht nämlich eher für geringe Löhne und keinesfalls für faire Arbeitsbedingungen. „Die Geschäftsführung spielt hier nicht mit offenen Karten. Aber hier geht es nicht um ein Spiel, sondern die Existenz vieler Familien“, kritisiert der Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Dieses Vorgehen stellt die Verlässlichkeit der Geschäftsführung in Frage.

 


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