24.04.2025 | Die IG Metall Berlin begrüßt den Vorstoß der Arbeitssenatorin Kiziltepe zur Einführung einer Ausbildungsplatzumlage. Sollte das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel von 2.000 zusätzlichen Ausbildungsplätzen bis Ende 2025 nicht erreicht werden, soll das neue Gesetz kommen.
Die IG Metall Berlin begrüßt den von Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf zur Einführung einer Ausbildungsplatzumlage. CDU und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, bis Ende 2025 in Berlin 2.000 zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen – gemessen an abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, nicht nur an Ausschreibungen. Insgesamt sollen dann 34.535 junge Menschen in Berlin eine betriebliche Ausbildung absolvieren können.
Wird dieses Ziel nicht erreicht, sieht der Koalitionsvertrag die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage vor. Mit dem jetzt gestarteten Gesetzgebungsverfahren schafft der Senat die notwendige Grundlage, um im Bedarfsfall zügig handeln zu können. Die IG Metall Berlin unterstützt dieses Vorgehen.
"Den Gesetzesentwurf jetzt schon vorzulegen ist der richtige Weg", betont Jakob Heidenreich, Jugendsekretär der IG Metall Berlin, "Wir müssen schnell handlungsfähig sein, wenn das Ziel Ende des Jahres nicht erreicht wird. Und es sieht momentan ganz danach aus."
Ausbildungsmarkt in Berlin weiter angespannt
Ob das Ausbildungsziel erreicht wird, ist ungewiss. Der Berliner Ausbildungsmarkt steht weiter unter Druck: Im Jahr 2024 blieben über 3.700 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz. Der Anteil ausbildender Betriebe in Berlin liegt bei nur elf Prozent – deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von rund 19 Prozent.
Was ist die Ausbildungsplatzumlage?
Kern des Konzepts ist ein gemeinsamer Fonds, in den alle größeren Betriebe einzahlen. Ausgenommen sind sehr kleine Unternehmen und Branchen mit eigenen Umlageregelungen. Betriebe, die ausbilden, erhalten einen finanziellen Ausgleich aus dem Fonds. So wird die Ausbildung gefördert – und ein fairer Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben geschaffen. Bremen nutzt dieses Modell bereits erfolgreich. Berlin könnte nachziehen.
„Die Umlage ist nicht nur ein Instrument, das Anreize für Ausbildung schafft. Betriebe, die bereits ausbilden, haben durch die zusätzlichen Mittel auch die Möglichkeit, die Qualität des Lernens zu steigern und so auch den Wert und das Image der dualen Berufsausbildung weiter zu steigern.“, so Heidenreich.
Özge Karabulut, Vertreterin der Jugend im Ortsvorstand der IG Metall Berlin, kommentiert den Vorstoß: "Die Ausbildungsumlage ist ein Schritt in die richtige Richtung und kommt zum richtigen Zeitpunkt. Jeder junge Mensch verdient eine faire Chance auf Ausbildung – dafür braucht es jetzt Mut zur Veränderung. Die Umlage ist ein starkes Signal: Ausbildung ist keine Glückssache, sondern ein gemeinsamer Auftrag. Wer ausbildet, darf nicht länger draufzahlen – wer profitiert, muss sich beteiligen!"
Wie es jetzt weitergeht
Die anderen Senatsverwaltungen – etwa für Bildung und Wirtschaft – haben nun einen Monat Zeit, den Entwurf zu prüfen. Danach folgt eine Anhörung der Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften, darunter auch die IG Metall. Die IG Metall wird sich auch in diesem Verfahren für eine faire, solidarische und gut finanzierte Ausbildung in Berlin klar positionieren.
Der Senat könnte den Gesetzentwurf bis Ende 2025 oder Anfang 2026 beschließen. Sollte das Ausbildungsziel bis dahin nicht erreicht sein, wäre das Parlament gefragt, das Gesetz noch vor der Sommerpause in Kraft zu setzen.