25.03.2026 | Seit inzwischen vier Wochen protestieren die Beschäftigten des Automobil-Entwicklungsdienstleisters IAV Woche für Woche gegen einen weiteren Stellenabbau. Unter dem Motto: „Gemeinsam bewegen, was weiter entwickelt“ drängen sie an den Standorten Berlin und Stollberg auf eine Sicherung aller Standorte. Unterstützung erhielten sie heute von Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe und dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner.
Am Mittwochmittag haben rund 450 Beschäftigten von IAV mit einer weiteren Kundgebung auf den Stillstand in den seit fünf Monaten laufenden Verhandlungen zwischen IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung reagiert. Dabei geht es um die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Sicherung von Arbeitsplätzen.
In mehreren Verhandlungsrunden legte das Management weder ein überzeugendes Gesamtkonzept vor noch sicherte es den Erhalt der Stellen zu. Dabei hat IAV bereits seit 2024 über ein Freiwilligenprogramm mehr als 600 Arbeitsplätze abgebaut. Versprochen hatte das Unternehmen, dass IAV damit auf eine stabile wirtschaftliche Grundlage kommen werde. Doch inzwischen will die Unternehmensleitung davon nichts mehr wissen. Stattdessen erklärt sie, im Jahr 2026 noch einmal bundesweit rund 1.500 Stellen streichen zu wollen. In Szenarien stellt sie sogar ganze Standorte in Frage.
Unterstützung erhielten die Beschäftigten heute von Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) und dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Wegner sagte: „Die wachsende Unsicherheit für die IAV-Standorte zeigt, dass jetzt Klarheit und gemeinsame Verantwortung gefragt sind. Es geht um eine verlässliche Perspektive für die Beschäftigten und zugleich darum, Voraussetzungen zu schaffen, damit IAV seine Rolle als Entwicklungs- und Ingenieursdienstleister aktiv weiter entwickeln kann – mit neuen Ideen, Produkten und Kunden. Berlin ist und bleibt ein hervorragender Standort der Digital- und Innovationswirtschaft. Jetzt kommt es darauf an, tragfähige Lösungen zu finden und Zukunft zu sichern.“
Ines Beeck, Zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Berlin, stellt klar: „Mit dieser starken Aktion geben die Beschäftigten der IAV-Geschäftsführung eine unmissverständliche Botschaft mit: Wenn es keine Klarheit über die Zukunft des Unternehmens und der Arbeitsplätze gibt, tragen sie den Protest auf die Straße. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag für eine tragfähige Neuausrichtung des Unternehmens zu leisten. Aber wir werden keine Strategie akzeptieren, die Risiken und Belastungen einseitig auf die Beschäftigten abwälzt.“
Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, betonte auf der Kundgebung: „Das war heute eine starke Aktion der Beschäftigten. Bemerkenswert ist auch die politische Rückendeckung. Es ist ein starkes Zeichen, dass sich sowohl der Regierende Bürgermeister von Berlin als auch der sächsische Ministerpräsident an die Seite der Belegschaften stellen. Mit beeindruckender Solidarität wehren sich die Kolleginnen und Kollegen gemeinsam und standortübergreifend gegen weitere Einschnitte auf ihre Kosten. Die Geschäftsführung muss jetzt endlich ein überzeugendes Zukunftskonzept für eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze vorlegen. Mit dem chaotischen Hin und Her verspielt die IAV-Geschäftsführung alles Vertrauen bei den Beschäftigten. Sie muss jetzt liefern mit verbindlichen Zusagen zum Schutz der Arbeitsplätze. Einen dauerhaften Schrumpfungsprozess wird die IG Metall nicht akzeptieren.“