04.07.2025 | Am Donnerstag, den 3. Juli, besuchten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, zwei bedeutende Industriestandorte der Hauptstadt: das traditionsreiche Turbinenwerk GE Power in Pankow und die VW-Softwaretochter CARIAD. Ziel der gemeinsamen Werkstour war der direkte Dialog mit den Beschäftigten über die Zukunft der Industrie in Berlin.
Auf Einladung der IG Metall Berlin besuchte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner gemeinsam mit Jan Otto, dem Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Berlin, zwei zentrale industrielle Standorte in der Hauptstadt: das traditionsreiche Werk von GE Power in Berlin-Pankow und die Berliner Niederlassung der VW-Softwareschmiede CARIAD. Die Werkstour bot einen Einblick, wie vielfältig und zukunftsorientiert die industrielle Landschaft Berlins heute ist – von klassischer Industrie bis zur digitalen Zukunft. Es ist inzwischen eine gute Tradition, dass der Regierende Bürgermeister sich unabhängig von besonderen Anlässen einmal im Jahr die Zeit nimmt, um gemeinsam mit der IG Metall vor Ort einen Eindruck von der aktuellen Lage der Berliner Industrie zu erhalten.
GE Power: Perspektiven für das Turbinenwerk
Der Auftakt der Werkstour fand am frühen Morgen bei GE Power in Pankow statt. Das Werk genießt international einen hervorragenden Ruf im Bereich Turbinenservice, insbesondere bei Dampfturbinen aus Kohlekraftwerken. Rund 200 hochqualifizierte Beschäftigte arbeiten hier an der Reparatur und Effizienzsteigerung der komplexen Anlagen.
Die IG Metall engagiert sich hier seit Langem gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Geschäftsführung für die Sicherung und Weiterentwicklung des Standorts "Bei GE Power arbeiten alle konstruktiv daran, das Werk für die Zukunft fit zu machen und die Arbeitsplätze in Berlin zu erhalten", berichtet Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. "Inzwischen liegen gute Konzepte für das Zukunftsfeld Gasturbine und Aufträge aus der Nuklearindustrie vor."
CARIAD: Softwarekompetenz mit unsicherer Zukunft
Im Anschluss führte die Werkstour nach Berlin-Mitte zum Standort von CARIAD, der Softwaretochter des Volkswagen-Konzerns. Dort entwickeln zurzeit rund 1.400 Beschäftigte zentrale Softwarelösungen für die Fahrzeugmarken des Konzerns – von der Architektur über Design bis hin zu Fahrassistenzsystemen.
"Aus meiner Sicht ist CARIAD als Ganzes und unser Berliner Standort im Speziellen nicht nur integraler Bestandteil dessen, was den VW-Konzern langfristig aus der Krise bringt, sondern ein ebenso wichtiges Element in der Berliner Betriebslandschaft", betonte Jan Otto.
Trotz dieser Schlüsselrolle für den VW-Konzern, bleibt die Zukunft von CARIAD ungewiss. Im März hatte CARIAD veröffentlicht, dass 1.600 Arbeitsplätze bundesweit abgebaut werden sollen. Zwar wurde im Frühjahr in einem Tarifabschluss mit der IG Metall ein sozialverträglicher Stellenabbau über Freiwilligenprogramme vereinbart, doch klare strategische Aufträge und eine belastbare Vision seitens der Unternehmensführung fehlen bislang. Im Herbst werden die Tarifparteien weiter über Zukunftskonzepte verhandeln.
Politik hört zu – Beschäftigte kommen zu Wort
Im Mittelpunkt der Werkstour standen Gesprächen mit Betriebsrätinnen und Betriebsräten sowie Vertrauensleuten. Dabei standen die Herausforderungen im Alltag der Beschäftigten ebenso im Fokus wie deren Ideen für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze.
"Es ist ein gutes Zeichen, dass sich der Regierende Bürgermeister Zeit nimmt, um auf die Lage der Unternehmen in Berlin zu schauen und dabei die Stimme der Beschäftigten und der Betriebsräte zu hören", so Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin.
Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte wiederholt die zentrale Rolle der Gewerkschaften für die Gestaltung einer zukunftsfähigen Industrie in der Hauptstadt. "Was uns eint, ist das gemeinsame Ziel, die Zukunft von klassischer Industrie und Digitalwirtschaft in Berlin erfolgreich zu gestalten – mit sicheren und guten Arbeitsplätzen für die Menschen in der Hauptstadt", fasst Jan Otto zusammen.