Berliner BMW-Vertrauensleute besuchen Ford in Köln

BMW: Kommunikation stärken und Netzwerk ausbauen

  • 12.07.2019
  • s
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Ihre jährliche Klausurtagung nutzen BMW-Vertrauensleute traditionell, um sich auch mit Vertrauensleuten anderer Unternehmen auszutauschen. In diesem Juli ging es zu Ford nach Köln. Dort haben sie ihre Vertrauensleutearbeit professionalisiert. Weitere Themen: E-Mobilität, Marktaussichten und wie man sich gut organisiert.

Vertrauensmann Dominik Dette

Vertrauensmann Wolfgang Braun

Die Vertrauensfrauen Lea Raddatz (links) und Danijela Rakic

Vertrauensleute tauschen sich mit Birgit Dietze und Volker Schmidt aus.

Anfang Juli machte sich BMW-Vertrauenskörperleiter Markus Kapitzke mit insgesamt 27 Vertrauensleuten (VL) nach Köln auf. Sie folgten der Einladung des VK-Leiters Benjamin Gruschka von Ford, der mit seinen Leuten 2018 BMW in Berlin besuchte. Die Metallerinnen und Metaller besichtigten im Rahmen der viertägigen Klausur das Fordwerk in Köln, vor allem aber diskutierten über die Vertrauensleutearbeit und was Transformation und wirtschaftliche Entwicklung für ihre Arbeit und Beschäftigten bedeuten kann. Für einen Tag mit dabei: die erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin und BMW-Betreuerin Birgit Dietze sowie der BMW-Betriebsratsvorsitzende in Berlin Volker Schmidt. „Die Vertrauensleute sind unser Bindeglied zur Basis in jedem Betrieb. Deshalb ist der Austausch mit ihnen so wichtig für uns“, sagte Birgit Dietze.

Professionelle Vertrauensleutearbeit bei Ford
Beeindruckend war für die Berliner, wie sich die Vertrauensleute in Köln organisiert haben. Mit rund 1.000 Vertrauensleuten und 120 Jugendaktiven sind die Kölner nicht nur in der Produktion präsent, sondern auch in allen anderen Bereichen des Unternehmens. Das ist wichtig, denn die Anforderungen an die Vertrauensleute steigen auch in Köln. Für diese Arbeit benötigen sie gut geschulte Vertrauensleute und Betriebsräte. Deshalb hat das Team um Benjamin Gruschka zusammen mit der IG Metall das Fit für Ford-Programm* entwickelt, mit dem sie in Inhouse-Seminaren engagierte Vertrauensleute schulen und an Führungspositionen heranführen.

Das hilft ihnen, den demographischen Wandel zu organisieren, aber auch neue Themen wie E-Mobilität zu moderieren. „Beeindruckend für mich war, wie professionell die Vertrauensleute ihre Arbeit bei Ford organisieren und wie vernetzt sie zwischen den Bereichen kommunizieren“, sagte Sylvia Hellwinkel von Arbeit + Leben bei der IG Metall Berlin. Vertrauensmann Dominik Dette stellt die Bedeutung der Kommunikation heraus: „Das Vertrauensleuteseminar hat mir gezeigt, dass Kommunikation und Zusammenarbeit einen wichtigen Kern für ein gut funktionierendes Netzwerk bildet.“ Bei Ford sehen sich die Kolleginnen und Kollegen allerdings mit einem strammen Einsparprogramm konfrontiert. In Köln sollen 3.800 von rund 17.000 Arbeitsplätzen wegfallen. Das ist eine Zäsur bei Ford und eine Herausforderung für die Vertrauensleute.

Transformation der Autoindustrie und neue Impulse
Die Zukunft der Autoindustrie war auch deshalb für die Vertrauensleute von BMW natürlich ein wichtiges Thema. Sie diskutierten über autonomes Fahren, Elektro-Mobilität und was das für ihre Vertrauensleutearbeit bedeutet. Gerade die intensiven Diskussionen untereinander sind für viele Teilnehmer wichtig gewesen. “Die Veranstaltung hat den Zusammenhalt zwischen den Kollegen und Kolleginnen gestärkt und wir kehren mit neuen Impulsen für die Arbeit nach Berlin zurück“, sagte Vertrauensmann Wolfgang Braun. Gerade für Vertrauensleute, die neu im Gremium sind, sind solche Treffen positiv, weiß Danijela Rakic: „Ich war das erste Mal bei der VL-Fahrt dabei und habe viele neue Eindrücke sammeln können. Wir haben uns Aufgaben und Ziele für die Zukunft gesetzt und wollen mit der baldigen Umsetzung beginnen.“ Auch Lea Raddatz als Jugend- und Auszubildendenvertreterin ist froh für viele Informationen und Impulse. Für erlebte den höheren Frauenanteil in der Runde als sehr belebend für den Austausch. Insgesamt empfanden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die an der Klausur im Rahmen ihres Bildungsurlaubes teilnahmen als große Bereicherung.

*Mehr Informationen über das Fit für Ford-Programm stehen im Praxishandbuch Industrie im Wandel – Bildungsarbeit in Bewegung, das Irene Schulz, Vorstandsmitglied IG Metall herausgegeben hat.
 

 


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