Tarifkommission Metall und Elektro

Dagegen halten: Tarifkommission bereitet besondere Tarifrunde vor

27.01.2026 | Attacken auf Arbeitnehmerrechte, immer dreistere Forderungen der Wirtschaftslobbyisten und Angriffe auf den Sozialstaat prägen die Vorbereitungen der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie. „Wir müssen geschlossen dagegenhalten“, stellte Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, klar.

Die Vorbereitungen für die Tarifrunde Metall und Elektro laufen: Die Tarifkommissionen auf ihrer Sitzung in Schönefeld - Foto: IGM

Bei der Aussprache zur Lage in den Betrieben wurde deutlich: Die wirtschaftliche Situation bleibt schlecht. Auch aus Berliner Perspektive zeichnet sich ein düsteres Bild ab. In vielen Unternehmen ist die Stimmung angespannt. Eine schwache Auftragslage sorgt bei den Kolleginnen und Kollegen für große Verunsicherung, Arbeitsplatzsorgen nehmen zu, und die Zumutungen der Arbeitgeber häufen sich.

Aber zum vollständigen Bild gehört auch, dass es in einigen Betrieben – gerade in der Hauptstadtregion – richtig gut läuft. Dort sind die Auftragsbücher voll und die Geschäfte stabil. In diesen Betrieben sind die Erwartungen der Belegschaften an die kommende Tarifrunde entsprechend hoch.

Konjunkturaussichten: leichte Erholung, aber auf niedrigem Niveau

Die Aussichten für die gesamte Volkswirtschaft haben sich etwas aufgellt, berichtete Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. So gehen die Institute von einer leichten Konjunkturerholung in diesem Jahr aus - allerdings auf niedrigem Niveau.  Das geringe Wachstum kommt vor allem vom privaten Konsum und den Staatsausgaben. Die Investitionen tragen nur minimal zur Belebung bei, der Export bremst sogar aufgrund der schwächelnden Weltwirtschaft und dem Zoll-Wahnsinn von US-Präsident Donald Trump. Und vor allem: Die Industrie steckt in der Krise, die industrielle Wertschöpfung bleibt klar unter dem Vor-Corona-Niveau und der Beschäftigungsabbau hält an. 

„Wir müssen geschlossen dagegenhalten“

Keine einfachen Bedingungen für eine erfolgreiche Tarifrunde. Umso mehr kommt es darauf an, im Herbst geschlossen und mit der vollen Kraft der Solidarität in die Auseinandersetzungen zu gehen. Denn klar ist auch: Die Konzerne haben in den vergangenen Jahren satte Gewinne und Renditen eingefahren. Die Beschäftigten haben diese Erfolge erarbeitet – jetzt geht es darum, ihren Anteil einzufordern. „In einer Zeit, in der Arbeitgeber immer häufiger die Sozialpartnerschaft infrage stellen und die Unsicherheit in den Betrieben wächst, ist klar: Wir müssen geschlossen dagegenhalten. Die Beschäftigten haben über Jahre hinweg mit ihrer Leistung starke Ergebnisse möglich gemacht – jetzt erwarten sie zu Recht Anerkennung und verlässliche Perspektiven“, betont Constantin Borchelt, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.

Nach dem derzeitigen Zeitplan werden die Tarifkommissionen im September ihre Forderungsbeschlüsse treffen. Die Tarifverträge laufen am 31. Oktober aus. Damit endet die Friedenspflicht und Warnstreiks wären möglich. 

Von: ms; as

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