Automobilindustrie:

Daimler produziert in Berlin wieder, BMW bald auch

  • 28.04.2020
  • Kathryn Kortmann, Andrea Weingart
  • Aktuelles, Corona

Die Betriebsräte haben in den vergangenen Wochen hart gearbeitet, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Kolleginnen und Kollegen in Betriebsvereinbarungen zu gewährleisten. Jetzt laufen die ersten Produktionsbänder in der Automobilindustrie wieder. Als erste Autofabrik in Deutschland hat Volkswagen das Werk in Zwickau in der vergangenen Woche wieder hochgefahren. Betriebsamkeit herrscht auch in den Komponentenwerken Daimler in Berlin und Ludwigsfelde.

Harte Arbejt für die Betriebsräte - aber jetzt produziert die Autoindustrie wieder Foto: Maros Markovic

Arbeiten in Corona-Zeiten bedarf besonderer Vorkehrungen. „Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten hat höchste Priorität“, sagt Stefan Schaumburg, Bezirksleiter der IG Metall in Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Um das zu gewährleisten, haben unsere Betriebsräte in den vergangenen Wochen mit den Geschäftsleitungen Betriebsvereinbarungen abgeschlossen, die die Arbeit an den Produktionsbändern und den Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen in den Werken möglich machen, ohne die Gesundheit zu gefährden.“

In den Komponentenwerken von Daimler in Berlin und Ludwigsfelde herrscht wieder Betriebsamkeit. „Wichtig war uns, dass nicht jeder Daimler-Standort sich alleine auf den Weg macht und einzelne Dinge umsetzt, sondern wir eine gemeinsame Strategie für die Zeit entwickeln, in der wir mit verminderter Produktion arbeiten“, sagt Andreas Krause, seit 30 Jahren Betriebsrat am Daimler-Standort in Berlin.

Die Maßnahmen, die Krause und sein Team am Standort Berlin umgesetzt haben, folgen der Logik, dass technische und organisatorische Lösungen personenbezogenen Schutzmaßnahmen vorgezogen werden. Von diesen gibt es eine ganze Reihe: So ist zum Beispiel jedes zweite Drehkreuz, jede zweite Eingangstür zum Werk geschlossen, damit ein Abstand von zwei Metern gewahrt werden kann.

Um möglichst wenig mit anderen Beschäftigten in direkten Kontakt zu kommen, müssen die Kolleginnen und Kollegen derzeit nicht für die Zeiterfassung stempeln. Der Arbeitgeber hat auch genug Desinfektionsmittel, Seife und Handcremes besorgt.

Schichtübergaben sind gestrichen, die einzelnen Teams begegnen sich nicht. Für Aufenthaltsräume gelten strikte Höchstbelegungszahlen. Die Werkskantine hat zwar geöffnet, allerdings gibt es dort nur eingepackte Speisen zum Abholen. Pausen finden versetzt statt, allenfalls können kleine Gruppen gemeinsam, und natürlich mit dem nötigen Sicherheitsabstand, Pause machen.

BMW will vom 11. Mai an in Deutschland wieder Autos bauen, nach zwei Monaten Stillstand. Das Motorradwerk in Berlin soll schon vom 4. Mai an schrittweise wieder hochfahren, wie der Konzern mitteilte.

 

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