Qualifizierungsreihe Junge Aktive des IG Metall-Vorstands

„Das lohnt sich sehr“

  • 07.09.2018
  • rk
  • Aktuelles, Jugend, Betriebsräte/Vertrauensleute

Lars Lagleder arbeitet seit 2006 im Berliner Siemens-Schaltwerk und engagiert sich in seiner zweiten Amtsperiode als Vertrauensmann der IG Metall. Er ist Teilnehmer der 6. Qualifizierungsreihe Junge Aktive des IG Metall-Vorstandes. Im Interview spricht der 33-Jährige über seine Motivation, an der mehrere Monate dauernden, ehrenamtlichen Weiterbildung teilzunehmen – und sein Projekt die Feedback-Box: unbedingt nachahmenswert!

Lars Lagleder, IG Metall-Vertrauensmann im Siemens-Schaltwerk: "Mir ist es sehr wichtig, mein Umfeld mitgestalten zu können."

Wie bist Du zu den Jungen Aktiven gekommen?
Ich hatte Regina Katerndahl, unserer Betriebs-Betreuerin in der IG Metall Berlin, von meiner Idee erzählt, die Kommunikation bei uns im Schaltwerk zu verbessern. Wir sind mehr als 3.500 Kolleginnen und Kollegen im Schaltwerk. Bei dieser Größe ist es schwierig, jedem die Chance zu geben, sich äußern zu können. Regina hat mich dann zu den Jungen Aktiven vermittelt, wo ich seit Juli nun an der sechsten Qualifizierungsreihe teilnehme und meine Feedback-Box entwickele.

Wie willst Du die Kommunikation im Schaltwerk mit Deiner Feedback-Box ändern?
Meine Idee ist, dass alle Kolleginnen und Kollegen im Schaltwerk jederzeit die sie bewegenden Fragen an IG Metall, Betriebsrat oder zum Betrieb stellen können. Das muss also möglichst unkompliziert und niedrigschwellig sein. Nicht jeder schreibt gern eine E-Mail oder wendet sich an seinem Vertrauenskörper oder Vorgesetzen. Daher möchte ich zunächst einmal physische Feedback-Boxen in den Abteilungen installieren, in die die Kollegen ihre Fragen, Wünsche oder Anregungen einwerfen können. Dies ist dann anonym. Ich leere die Boxen dann regelmäßig und suche die Antworten auf die Fragen, die dann über die Boxen monatlich veröffentlicht werden. Später und bei Erfolg des Pilotprojektes, möchte ich die Feedback-Box im gesamten Schaltwerk einführen, möglich wäre auch eine digitale Form.

Wie hilft Dir die Qualifizierungsreihe dabei, Dein Projekt umzusetzen?
Wir lernen sehr viel über das Management von Projekten. Das reicht von der Planung über das Zeitmanagement hin zu Visualisierungen, Rhetorik und Gesprächsführung. Das hat mir jetzt schon sehr geholfen, meine Idee voranzutreiben und ich habe auch schon die ersten Personen im Betrieb, die  für die Realisierung wichtig sind, angesprochen, meinen Gruppenleiter und den Betriebsrat. Die Reaktionen sind sehr positiv.

Was nimmst Du für Deine tägliche Arbeit mit?
Das ist ein toller Input für mich. Ich lerne beispielsweise sehr viel darüber, wie ich mich besser präsentieren und ein Projekt realistisch  aufsetzen kann. Das bringt mir sehr viel. Und ich bekomme die Ideen der anderen Teilnehmer mit und wie diese an ihre Projekte ran gehen.

Du würdest die Qualifizierungsreihe Junge Aktive des IG Metall-Vorstandes also weiterempfehlen?
Ich kann nur jeder jungen Kollegin und jedem jungen Kollegen raten, dies auch zu machen und sich beispielsweise jetzt für den siebten Lehrgang, der im November beginnt, zu bewerben. Wir lernen in insgesamt vier mehrtägigen Modulen, verteilt über ein Dreivierteljahr, wie wir die eigenen Projekte starten und durchführen. Dies hört sich vielleicht trocken an, aber das ist es auf keinen Fall. Das Seminar ist sehr abwechslungsreich gestaltet und wir  lachen viel. Die Atmosphäre ist sehr angenehm und locker, da ist viel Raum für die eigene Kreativität und Ideen. Mir ist es sehr wichtig, mein Umfeld mitgestalten zu können. In der Qualifizierungsreihe nehme ich dafür sehr viel mit. Dafür gebe ich auch gern ein paar Tage Urlaub her, denn das lohnt sich sehr.   

 


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