02.04.2026 | Am 26. März hat das Berliner Abgeordnetenhaus das lange erwartete Gesetz zum Ausbildungsförderungsfonds beschlossen. Ziel ist es, die duale Ausbildung in der Hauptstadt zu stärken und mehr jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen.
Berlin liegt beim betrieblichen Ausbildungsangebot weiterhin deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt zurück. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen bildet aus, während gleichzeitig tausende Jugendliche vergeblich nach einem Ausbildungsplatz suchen. CDU und SPD hatten sich daher vorgenommen, bis Ende 2025 mindestens 2.000 zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen. Dieses Ziel wurde jedoch verfehlt – mit der Folge, dass nun die im Koalitionsvertrag vorgesehene solidarische Ausbildungsplatzumlage eingeführt wird.
Der Weg bis zur Verabschiedung des Gesetzes war von erheblichem Widerstand begleitet. Arbeitgeberverbände und Kammern versuchten wiederholt, Stimmung gegen die Umlage zu machen. Zuletzt blieb die Arbeitgeberseite sogar der Sitzung des „Bündnis für Ausbildung“, bei der die Zahlen für 2025 vorgestellt wurden, fern und entzog sich damit der inhaltlichen Debatte.
Mit dem nun beschlossenen Gesetz wird ein Fonds eingerichtet, in den Unternehmen einzahlen müssen, wenn sie ihrer Verantwortung in der Ausbildung nicht ausreichend nachkommen. Konkret gilt die Regelung für Betriebe ab zehn Beschäftigten, deren Ausbildungsquote unter 4,6 Prozent liegt. Allerdings betrifft dies aktuell nur knapp die Hälfte der Berliner Unternehmen und damit aus Sicht der IG Metall Berlin eine zu enge Bemessungsgrundlage. Eine breitere Beteiligung wäre notwendig gewesen, um die Wirkung der Umlage zu erhöhen.
Betriebe, die ausreichend ausbilden, werden mit den Geldern aus dem Fonds finanziell unterstützt. Der Ausbildungskostenausgleich orientiert sich dabei an der tariflich vereinbarten Ausbildungsvergütung und deckt die tatsächlichen Ausbildungskosten vollständig ab. Zudem werden Maßnahmen gefördert, die die Qualität der Ausbildung verbessern. Wichtig ist auch, dass bestehende tarifliche Umlagesysteme von der Regelung ausgenommen bleiben, dafür hatten sich die Gewerkschaften im Gesetzgebungsprozess konsequent eingesetzt.
Trotz dieses Kompromisses bleibt die Umlage ein wichtiger Schritt, um die duale Ausbildung in Berlin nachhaltig zu stärken. Özge Karabulut, Jugendsekretärin der IG Metall Berlin, bringt es auf den Punkt:
„Die Umlage ist heute wichtiger denn je. Während die Zahl der Ausbildungsplätze in Berlin weiter sinkt, darf die Verantwortung für die Zukunft von Jugendlichen nicht länger dem Zufall überlassen werden.“