Delegiertenversammlung IG Metall Berlin:

Die IG Metall vom Betrieb aus denken

  • 22.11.2019
  • Birgit Dietze, Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Bildergalerie, Betriebsräte/Vertrauensleute

Auf der Delegiertenversammlung stellte Klaus Abel, der ehemalige Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, das auf dem Gewerkschaftstag beschlossene Zukunftsprojekt >Die IG Metall vom Betrieb aus denken< vor.

Fotografin: Gabriele Senft / transit-berlin

Es ist eine der ganz großen Fragen, der sich die IG Metall in der Transformation stellen muss: Wie wird sich die Arbeit in der Industrie in den kommenden Jahren verändern – und was heißt das für die Mitglieder und die IG Metall als Organisation? Eine Antwort ist das Projekt Die IG Metall vom Betrieb aus denken, das der Gewerkschaftstag jüngst als eines der zentralen Projekte der IG Metall für die neue Legislatur bis 2023 verabschiedet hat und für das Klaus Abel jetzt im Vorstand die Verantwortung trägt.

 „Wir stehen derzeit, zum Beispiel in der Autoindustrie, in mehreren gleichzeitig stattfindenden radikalen Änderungsprozessen: Die Antriebstechnik wird elektrisch, das autonome Fahren steht vor der Tür und die Digitalisierung ändert alle Betriebsabläufe in unseren Unternehmen. Keiner weiß, wo es genau hingeht. Das verunsichert alle stark“, sagt Klaus Abel. „Daher geht es jetzt vor allem darum Sicherheit für die Kolleginnen und Kollegen zu organisieren. Wenn wir die nicht organisieren können, wird es zu erheblichen sozialen und politischen Verwerfungen kommen.“

Daher will die IG Metall alle Möglichkeiten in die Hand nehmen, die Tarifpolitik und Mitbestimmung bieten, um in den Betrieben mit Mitgliedern, Beschäftigten, Betriebsräten und Vertrauensleuten die Fragen der Zukunft zu diskutieren. „Da geht es um alle Themen: Um die Arbeitszeit, die Zusatzqualifikationen, die Fragen nach Wertschöpfung und gerechter Entlohnung“, beschreibt Klaus Abel den Kern des Projektes. „Dabei arbeiten wir mit gesellschaftlichen Akteuren wie Wissenschaft und Politik zusammen, nehmen etwa Einfluss auf die Gesetzgebung.“

Dafür wird die IG Metall 1.000 Veränderungspromotor*innen ausbilden, die im Betrieb und in den Geschäftsstellen in einem mehrstufigen Verfahren die Weiterentwicklungs- und Veränderungsprozesse vorantreiben sowie die Erkenntnisse sammeln und bündeln sollen. Nach einem Pilotprozess in ausgewählten Geschäftsstellen sollen dann alle Geschäftsstellen und möglichst viele Betriebe diesen Prozess absolvieren, um dann ab 2021 die Ergebnisse auf allen Ebenen der Organisation umzusetzen. „Ich freue mich sehr, dass wir Anfang 2020 mit den Auftaktveranstaltungen in den Bezirken loslegen“, sagt Klaus Abel.

Weitere Themen der Delegiertenversammlung waren zwei Anträge, die beide einstimmig beschlossen wurden. Einer ist eine Aufforderung an den Senat, dass er sich für die im Volksbegehren formulierten Anliegen für eine bessere Versorgung in den Krankenhäusern stark macht. Der zweite ist die Aufforderung an den Ortsvorstand, das IG Metall-Haus behindertengerecht umzubauen.

 

 

 

 


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