Unsere Antwort heißt Solidarität:

„Die Profitgier und die Gleichgültigkeit gegenüber den Beschäftigten sind eine Schande“

  • 18.01.2019
  • cb
  • Aktuelles

Ein Großteil der Beschäftigten bei dem von Schließung bedrohten Unternehmen Infinera sind Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund. Der Migrationsausschuss der IG Metall Berlin will die Schließung nicht hinnehmen und hat nun ein Solidaritätsschreiben veröffentlicht, das wir hier dokumentieren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass die Infinera-Geschäftsführung den Berliner Standort schließen will und damit über 400 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren sollen.

Das ist nicht nur für die Beschäftigten und ihre Familien, sondern auch für die Berliner Industrielandschaft eine große Tragödie. Am Berliner Standort werden nämlich zu guten Bedingungen, auf dem Niveau der Hochtechnologie, optische Übertragungssysteme produziert.

Bei Infinera handelt es sich um einen us-amerikanischen Eigentümer. Der Berliner Standort hatte in den letzten Jahren immer wieder wechselnde Eigentümer. Dazu gehörten Siemens-, Siemens Nokia- und Coriant. Das bedeutete für die Beschäftigten immer wieder viel Veränderungen und Unruhe. Und nun soll zum 30. September dieses Jahres der Standort geschlossen und die Produktion in andere Länder verlagert werden.

Das macht uns als IG Metall-Migrationsausschuss sehr betroffen, denn uns verbindet viel mit den Kolleginnen und Kollegen vom Berliner Infinera Standort. Nicht wenige der Beschäftigten am Standort haben einen Migrationshintergrund. Besonders für die Beschäftigten im Produktionsbereich wäre das Aus der Fertigung das Ende der eigenen Existenzgrundlage, da der Berliner Arbeitsmarkt hier keine Alternativen bietet. Das würde den sozialen Abstieg der Betroffenen bedeuten.

Der Berliner Migrationsausschuss verurteilt die Entscheidung der Infinera-Geschäftsführung, den Berliner Standort zu schließen, auf das Schärfste. Die Profitgier und die Gleichgültigkeit gegenüber den Beschäftigten sind eine Schande. Alle Kolleginnen und Kollegen, auch über den Standort hinaus, sind zum Widerstand aufgerufen. Nur gemeinsam, als Mitglieder der IG Metall, können wir der Geschäftsführung und den Schließungsplänen entgegentreten.

Wir, der Berliner Migrationsausschuss, unterstützen unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen von Infinera bei ihrem Kampf.

Mit solidarischen Grüßen

Der Migrationsausschuss der IG Metall Berlin


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