Industriepolitik

Erste Industriekonferenz der IG Metall in Berlin

01.10.2025 | Am 23. Und 24. September fand in Berlin die erste Industriekonferenz der IG Metall statt. Vertreter:innen der IG Metall, der Politik und der Wirtschaft diskutierten gemeinsam mit Beschäftigten über Wege für eine zukunftsfähige Industrie in Deutschland.

Am 23. und 24. September fand die erste industriepolitische Konferenz der IG Metall in Berlin statt - Foto: Thomas Range

Die IG Metall hat in Berlin erstmals eine Industriekonferenz veranstaltet. Anlass sind die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie: 12 000 Industriearbeitsplätze werden aktuell monatlich abgebaut. Ziel war es, Beschäftigte, Politik und Wirtschaft zusammenzubringen und Wege für eine sichere und zukunftsfähige Industrie zu diskutieren.

Flamme der Solidarität und Petition im Fokus

Ein starkes Symbol der Tagung war die Flamme der Solidarität, die seit dem bundesweiten IG Metall Aktionstag am 15. März von Betrieb zu Betrieb durch die Republik getragen wurde und nun in Berlin ankam. Sie steht für Zusammenhalt und die Forderung nach sicheren Arbeitsplätzen und klaren politischen Rahmenbedingungen.

Begleitet wurde die Aktion von einer Petition mit mehr als 300.000 Unterschriften. Die IG Metall fordert darin verbindliche Investitionen, eine gerechte Finanzierung der Transformation, die Stärkung des Sozialstaats und die Sicherung tarifgebundener Arbeit. Der Handlungsdruck ist groß: Monatlich gehen derzeit rund 12.000 Industriearbeitsplätze verloren.

„Es ist fünf nach zwölf“

IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner übergab die Petition in Form einer Uhr an Frank Wetzel, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. „Es ist fünf nach zwölf, deshalb bekommen Sie von uns eine Uhr geschenkt“, sagte Benner. Wetzel sieht im Aufbau der Infrastruktur, der Sicherung von Rohstoffen, der Reform der Bürokratie, der Sicherung von Fachkräften und der Verbesserung der Außenhandelsbeziehungen Punkte, um die Industrie in Deutschland zu sichern. Viele Beschäftigte hätten vom angekündigten „Herbst der Reformen“ bislang jedoch wenig gespürt. Die Bundesregierung muss nun rasch handeln, vieles hat sie in den vergangenen Monaten verschlafen, jetzt muss die Politik ihre Hausaufgaben nachholen.

Austausch mit Politik und Wirtschaft

Am zweiten Konferenztag moderierten Özge Karabulut, Jugend- und Auszubildendenvertreterin aus Berlin, und Jakob Heidenreich, Jugendsekretär der IG Metall Berlin, eine Podiumsdiskussion. Auf dem Podium diskutierten der Regierende Bürgermeister Kai Wegner und IG Metall-Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen Jan Otto, welche politischen Entscheidungen nötig sind, um Industrie und Beschäftigung langfristig zu sichern.

Besuch bei Stadler

Praktische Einblicke bot ein Besuch beim Berliner Schienenfahrzeugbauer Stadler. Dort hatte die IG Metall Berlin Anfang des Jahres einen Zukunftstarifvertrag abgeschlossen. Eileen Müller, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall und Betriebsbetreuerin von Stadler begleitete den Besuch und erläuterte dieses erfolgreiches Beispiel dafür, wie Gewerkschaft und Beschäftigte gemeinsam Perspektiven für sichere Arbeit schaffen können.

Die Konferenz machte deutlich: Eine starke Industrie braucht klare politische Rahmenbedingungen und vor allem die Beschäftigten, die den Wandel täglich gestalten.

Von: Annika Schwarze

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