03.12.2025 | Am Mittwochvormittag hat die IG Metall erstmals die Beschäftigten von BioAFM/Bruker zum Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind die stockenden Verhandlungen um die Einführung eines Tarifvertrags. Das Ziel ist klar: Der Arbeitgeber soll endlich Gespräche mit der IG Metall aufnehmen.
Nachdem das Unternehmen am 24. November schriftlich erklärt hatte, keinen Mehrwert in einem Tarifvertrag zu erkennen und daher nicht in Verhandlungen eintreten zu wollen, stand für die Belegschaft fest: Damit geben sie sich nicht zufrieden.
Am Mittwochvormittag, dem 3. Dezember, legten 50 Beschäftigte für zwei Stunden die Arbeit nieder und sendeten damit ein starkes Signal an die Unternehmensleitung. Trotz Regen und Kälte versammelten sich die Kolleginnen und Kollegen vor dem Standort in Adlershof und machten lautstark deutlich, dass sie ihre Forderung nach einem Tarifvertrag entschlossen weiterverfolgen.
„Wir wollen endlich Verhandlungen über einen Tarifvertrag“
Gunnar Sommer, Betriebsratsvorsitzender bei BioAFM, machte auf der Kundgebung deutlich: „Wir wollen endlich Verhandlungen über einen Tarifvertrag. Im Konzern gibt es bereits Bereiche mit Tarif oder tarifähnlichen Regelungen – nur wir sind davon ausgenommen. In einem Haus solche Gehaltsscheren zu haben, ist ungerecht. Die Kolleginnen und Kollegen sind zurecht verärgert.“
Auch Maximilian Seuß, Mitglied der betrieblichen Tarifkommission, fand klare Worte: „Wir fordern eine faire Behandlung. Viele von uns stammen noch aus den alten Start-up-Zeiten und sind bis heute schlecht bezahlt. Seit der Übernahme durch Bruker 2018 hat sich daran kaum etwas geändert. Es ist längst überfällig, dass sich das ändert.“
Hintergrund
BioAFM ist Teil der Bruker Nano Surfaces and Metrology Division und hat seine Wurzeln in der Berliner JPK Instruments AG, die 1999 als Spin-off der Humboldt-Universität gegründet wurde und 2018 in Bruker integriert wurde. Das Unternehmen entwickelt hochpräzise Messgeräte für die Lebenswissenschaften, insbesondere sogenannte Atomic Force Mikroskope (AFM), mit denen sich lebende Zellen und Gewebe unter kontrollierten Bedingungen untersuchen lassen. Die Produkte gelten weltweit als führend in der biomolekularen und zellulären Bildgebung.