Betriebsrat und IG Metall machen Druck:

First Sensor: Arbeitgeber will besser bezahlen

  • 16.05.2018
  • ih
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Der Produzent von Sensoren ist von fairer und Tarifentlohnung, wie sie in anderen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie normal ist, noch weit entfernt. Jetzt hat das Management erklärt, mit der IG Metall in Verhandlungen über einen Tarifvertrag für dne Standort Weissensee einzusteigen.

Gute Löhne für gute Arbeit: bei First Sensor in Weissensee beginnen bald die Tarifverhandlungen

Schichtbetrieb rund um die Uhr, ein Lohnniveau, das in schlechtester Konsequenz direkt in die Altersarmut führt, dementsprechend hohe Unzufriedenheit bei den Beschäftigten – und das alles in einem Unternehmen, das sich selbst als weltweit führenden Anbieter in seinem Segment bezeichnet, das glänzende Zahlen schreibt und den Aktionären kräftige Gewinne  beschert: Bei First Sensor in Berlin Weissensee sind die Relationen zwischen Aktiengewinn und fairen Tarifbedingungen schon lange aus den Fugen geraten.

Nachdem sich die Beschäftigten nun organisiert und zu großen Teilen in die IG Metall eingetreten sind, ist Bewegung in das Unternehmen gekommen. Vor kurzem hat das Management gesagt, Tarifverhandlungen führen zu wollen. „Wir freuen uns, dass Management, Betriebsrat und IG Metall sich jetzt an einen Tisch setzen, um eine gute Lösung zu finden“, sagt René Harbach, der frisch gewählte Betriebsratsvorsitzende in Berlin Weissensee.

Die Tarifverhandlungen werden kein Abendspaziergang werden: Denn zwischen dem Entgelt der Metall- und Elektrobranche und dem Lohn bei First Sensor klafft wie in nahezu allen nicht an den Metalltarif gebundenen Unternehmen eine Lücke von gut 20 Prozent. Nun müssen beide Verhandlungsseiten einen Weg finden, wie sie den Spagat zwischen den berechtigten Ansprüchen der Beschäftigten und dem bisherigen Lohnniveau schaffen. „Um auf das Niveau der Elektro- und Metallindustrie zu kommen, brauchen wir sicherlich einen längeren Atem“, sagt René Harbach. „Aber ich freue mich, dass wir als Belegschaft es geschafft haben, hier endlich einen entscheidenden  Schritt weiterzukommen.“

Bald wird weiterverhandelt.

 


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