Gemeinsame Presseerklärung des Regierenden Bürgermeisters, des DGB und der IG Metall

Gemeinsam den Industriestandort Berlin nach vorne bringen

  • 07.07.2016
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Beim dritten Treffen des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller mit Gewerkschaften und Betriebsräten ging es um die Sicherung des Industriestandortes Berlin und um Projekte zum Umgang mit den Herausforderungen von Industrie 4.0 .

Betriebsräte, Gewerkschaften und der Regierende Büprgermeister Michael Mülller: den Industriestandort Berlin nach vorne bringen

Am Donnerstag, den 7. Juli, fand im Marienfelder Werk von General Electric das inzwischen dritte industriepolitische Gespräch zwischen dem DGB, der IG Metall und Betriebsräten mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller statt. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die politischen Anstrengungen für eine gut abgestimmte und wirkungsvolle Berliner Industriepolitik weiter fortgeführt werden muss und organisatorisch verstärkt werden sollte.

„Der langfristig angelegte und kontinuierliche Austausch mit Gewerkschaften und Betriebsräten dient der Weiterentwicklung des Industriestandortes Berlin und auch dem frühzeitigen Erkennen von Problemen. Unser gemeinsames Engagement zum Beispiel für das Siemens-Turbinenwerk in Moabit hat Arbeitsplätze gesichert. Zum Glück: Denn so können neue Großaufträge überhaupt erst weiter bearbeitet werden und sichert Berlin in dieser Sparte die industrielle Basis“, so Michael Müller.

Die Herausforderung, Industrie auch in einer wachsenden Stadt zu halten und zu entwickeln, erfordere eine gute Koordinierung. Die großen Veränderungen durch die Digitalisierung müssten gerade im Bereich Arbeit und Qualifizierung politisch begleitet werden, damit Chancen genutzt und Risiken vermieden werden können.

DGB und IG Metall informierten über neu angestoßene Projekte zur Stärkung der Berliner Industriepolitik. Die Hans-Böckler-Stiftung fördert das Projekt Industrie in der Stadt: Wachstumsmotor mit Zukunft, von dem in den nächsten zwei Jahren inhaltliche Impulse für die Weiterentwicklung der Berliner Industriepolitik ausgehen sollen. Das Projekt wird gemeinsam vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und Sustain Consult, einem industriepolitisch erfahrenen Beratungsunternehmen, durchgeführt.
In dem Qualifizierungsprojekt Arbeit und Innovation qualifiziert die IG Metall Betriebsräte für die nachhaltige betriebliche Umsetzung von Digitalisierungsthemen. Das Projekt wird etwa 20 Berliner Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben, die über 18 Monate hinweg an mehreren Qualifizierungsrunden im Berliner Bildungszentrum der IG Metall teilnehmen.

Nachdem sich Gewerkschaften und der Regierende Bürgermeister bereits in ihrer gemeinsamen Erklärung vom April dieses Jahres für den Aufbau eines Innovationsnetzwerkes ausgesprochen haben, stellten die Gewerkschaften ergänzend ihr Konzept für ein Berliner "Innovationsnetzwerk Industrie-4.0-Hochschulen" vor.

„Wir wollen den Industriestandort Berlin weiter stärken. Dabei stellt uns der Umbruch zur Industrie 4.0 vor große Herausforderungen. Unsere Verantwortung ist – neben der Sicherung des Standortes Berlin – Arbeit 4.0 als gute, mitbestimmte und humane Arbeit zu gestalten. Es ist gut, dass Gewerkschaften und Betriebsräte diesen Prozess aktiv begleiten wollen. In der nächsten Legislaturperiode wird es auch darum gehen, ein verlässliches Innovationsnetzwerk aufzubauen, in dem Unternehmen, Gewerkschaften, Wissenschaft und Senat den Übergang zu Arbeit 4.0 gemeinsam mit gestalten“, erklärte Michael Müller nach der Vorstellung der gewerkschaftlichen Projekte zum Thema Arbeit 4.0.

An dem Gespräch nahmen auf Seiten der Gewerkschaften zwölf Betriebsräte von Berliner Industrieunternehmen, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, Klaus Abel, sowie der stellvertretende Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, teil. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden.
Klaus Abel: „Industriepolitik muss an den vorhandenen Stärken ansetzen. Deshalb ist der direkte Kontakt der Betriebsräte mit dem Regierenden Bürgermeister wertvoll. Heute haben wir viel über die Veränderungen der Arbeit durch die Digitalisierung gesprochen. Darauf müssen sich alle einstellen. Die IG Metall tut viel für die Qualifizierung der Betriebsräte, damit in den Betrieben negative Folgen vermieden werden können. Die Entwicklung von Arbeit und Qualifizierung unter den Bedingungen der Digitalisierung muss auch durch die Politik noch stärker in den Blick genommen werden."

Christian Hoßbach: „In den letzten Jahren haben Gewerkschaften, Verbände, Kammern und Senat viel für ein verbessertes Verständnis dafür getan, dass Berlin auch eine starke Industrie braucht. Was die konkrete Umsetzung angeht, wünschen wir uns neuen Schwung. Die Gewerkschaften bringen dafür konkrete Beiträge ein.“

Im Anschluss an das Gespräch wurde die Gruppe von der Geschäftsleitung durch den Betrieb geführt. Hier fertigen knapp 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Komponenten für die Energietechnik. Besonderes Interesse fand auch das vor einem Jahr in Betrieb genommene Hybrid-Kraftwerk, das durch Gas und mit den auf dem Werksdach installierten Photovoltaik Energie für das Marienfelder GE-Werk liefert und so als Pilotprojekt zeigt, wie konventionelle und erneuerbare Energien, Erzeugung und Verbrauch bedarfsgerecht synchronisiert werden können.


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