3.000 europäische Beschäftigte demonstrierten in Paris

General Electric: Kahlschlag ohne Strategie

  • 08.04.2016
  • ab
  • Aktuelles, Bildergalerie

Erst hat sich General Electric bei Alstom eingekauft, jetzt will das Unternehmen in Europa 6.500 Arbeitsplätze abbauen, davon mehr als 1.700 Arbeitsplätze in Deutschland. Am 8. April 2016 demonstrierten deshalb mehr als 3.000 Metaller und Metallerinnen aus ganz Europa gegen die kurzfristige Politik der GE-Geschäftsleitung. Mit dabei Beschäftigte aus Berlin.

20 Berliner Metaller und Metallerinnen fordern Sicherheit für alle GE-Standorte.

Kaum hat General Electric die Energiesparte vom französischen Alstom-Konzern übernommen, zücken die GE-Manager den Rotstift, um einfach mal ganze Betriebe und rund 6.500 Arbeitsplätze aus ihren Büchern zu streichen. „Was GE plant, bedeutet die Zerschlagung des Power-Sektors von Alstom“, sagte Elisabeth Möller, Betriebsratsvorsitzende der GE Power AG.

Deshalb haben Gewerkschaften aus ganz Europa zum Aktionstag General Electric (#EUActionDay_GE) am 8. April 2016 in Paris aufgerufen.  Aus Berlin reisten 20 Metallerinnen und Metaller an, um ihren Unwillen und ihre Solidarität mit den betroffenen Betrieben in Mannheim und Bexbach zu zeigen.

In Berlin tappen die Beschäftigten nach wie vor im Dunkeln, weil sie die Geschäftsleitung nicht informiert." Auch bei GE Power in Berlin sind aktuell etwa 15 Stellen bedroht, das ist jeder fünfte Arbeitsplatz im Angestelltenbereich. Die Kollegen und Kolleginnen in Berlin befürchten aber noch weitergehende Abbaupläne für 2017. Deshalb organisieren wir schon jetzt in Berlin unsere Gegenwehr und solidarisieren uns mit den Kollegen in Mannheim und an den anderen Standorten", sagte Gewerkschaftssekretär Andreas Buchwald.

Lukrativer Energiesektor – auch unter der Energiewende
Keine Frage, der Energiesektor wandelt sich, seitdem Erneuerbare Energien Anteile am Energiemix gewinnen. Gleichwohl ist der europäische und globale Energiesektor nach wie vor ein lukrativer Markt für Qualitätsprodukte. Dafür braucht es jedoch eine industriepolitische Strategie und entsprechende Investitionen, um die enormen Vorteile Europas im Energiebereich zu nutzen. „Durch den Restrukturierungsplan geht wesentliches technologisches Fachwissen von GE verloren, das entscheidend ist, um Geschäftsperspektiven in wachstumsstarken Sektoren wahrzunehmen“, kritisieren die beteiligten europäischen Gewerkschaften.

Für Deutschland hat die IG Metall beim Saarbrücker-INFO-Institut ein Zukunftskonzept in Auftrag gegeben. Das Institut kommt für das Mannheimer Stammwerk – hier sollen 1.066 Arbeitsplätze verschwinden – zu dem Schluss, dass die dortige Kraftwerksproduktion auch mit dem jetzigen konventionellen Produktionsmix wettbewerbsfähig ist.

Sozialer Dialog statt Intransparenz
Nach wie vor betreibt GE in Europa eine intransparente Geschäftspolitik, die die Arbeitnehmer außen vor lässt. Dabei sind die Beschäftigten mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen ein wichtiges – im Managersprech - „Asset“ von GE. Sie zu unterrichten und anzuhören, ihre Vorschläge lösungsorientiert zu diskutieren, könnte ein erster Schritt hin zu einer intelligenten Strategie für die Zukunft sein.


Drucken Drucken