Schlechte Ausbildungszahlen in Berlin, aber:

Gewerkschaften, Senat, Arbeitgeber und Arbeitsagentur wollen berufliche Bildung in Berlin sichern

  • 06.05.2020
  • Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Corona, Jugend, Betriebsräte/Vertrauensleute

In der Corona-Krise stehen die Akteure der beruflichen Bildung vor sehr großen Herausforderungen. Der DGB, verschiedene Arbeitgebervereinigungen, die Senatsverwaltung und Bundesagentur für Arbeit haben sich deswegen auf ein gemeinsames Prozedere verständigt und eine Erklärung verfasst.

Berliner Partner verständigen sich, alles dafür zu tun, dass die Abschlussprüfungen innerhalb der Vertragslaufzeiten abgeschlossen werden

Simon Sternheimer: "Wir appellieren dringend an die Arbeitgeber, mehr Ausbildungsplätze als bisher geplant zur Verfügung zu stellen"

Die Partner, zu denen auch Handwerkskammer, IHK und die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg zählen,  haben sich darauf verständigt, dass die Berufliche Bildung als Gesamtsystem stabilisiert und aufrechterhalten werden muss. Gerade in einer sich möglicherweise verändernden Zukunft wird es für Betriebe mehr denn je darauf ankommen, über gut qualifizierte Fachkräfte zu verfügen.

Das Lagebild wird für alle Beteiligten im Mai konkretere Formen annehmen, so dass das Land Berlin, die Gewerkschaften, die Kammern, die Unternehmensverbände und die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit vereinbaren, in einen sehr dynamischen Beratungsprozess proaktiv einzutreten.

Die Partner wollen den bestehenden und zukünftigen Fachkräftebedarf in Berlin sichern und die bestehenden Ausbildungsverhältnisse zu schützen. Auszubildende und Ausbildungsunternehmen werden dabei unterstützt, begonnene Ausbildungsverhältnisse in den Betrieben, den beruflichen Schulen und sonstigen Lernorten fortzusetzen und zu einer erfolgreichen Abschlussprüfung zu führen.

Für die bereits laufenden Ausbildungsverhältnisse sichern die zuständigen Stellen zu, alles dafür zu tun, dass die Abschlussprüfungen in diesem Jahr innerhalb der Vertragslaufzeiten abgeschlossen werden. Ausbildungsverhältnisse, die vor dem 31.08.2020 enden, werden bevorzugt berücksichtigt. Alle Partner setzen sich dafür ein, dass Prüfungen auch in den Sommerferien möglich sind.

„Wir begrüßen das gemeinsame Engagement der Partner sehr“, sagt Simon Sternheimer, der für Ausbildung zuständige Jugendsekretär in der IG Metall Berlin. „Gleichzeitig appellieren wir dringend an die Arbeitgeber, mehr Ausbildungsplätze als bisher zur Verfügung zu stellen. Der Rückgang der Ausbildungsplätze im Vergleich zum Vorjahr liegt bei 13,5 Prozent. Das heißt, dass 2020 in diesem Jahr fast jeder siebte Arbeitsplatz wegfällt. Das können wir nicht akzeptieren.“

Sternheimer fordert die Berliner Arbeitgeber daher dazu auf, in den kommenden Wochen deutlich mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen: „Gute Ausbildungsplätze sind ein guter Start in das zukünftige Berufsleben und bieten jungen Erwachsenen genau die Perspektiven, die sie suchen und brauchen. Und klar: Ausbildungsplätze sind zentral für den Standort Berlin, weil sie die Zukunft der Unternehmen sichern.“

Die beruflichen Schulen werden seit Anfang der Woche schrittweise wieder hochgefahren, insbesondere der Unterricht für die Abschlussklassen der Berufsschule und die duale Ausbildung. Die Partner haben vereinbart, die Leistungsfähigkeit der Bildungsstätten des Handwerks insbesondere wegen der Durchführung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung zu sichern. Gleiches gilt für die Angebote der beruflichen Fort- und Weiterbildung.
Alle Partner wollen ihre Aktivitäten bündeln und miteinander abstimmen, um die Folgen der Krise sowohl für die Auszubildenden und Ausbildungsbetriebe als auch für die Bildungsstätten und -dienstleister sowie deren Teilnehmende abzumildern.

Das vollständige Papier könnt Ihr hier herunterladen.

 

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