G-Elit

Gühring-Gruppe hält an Werks-Schließung in Reinickendorf fest

07.05.2025 | Am Montag, 5. Mai 2025, fand die dritte Verhandlungsrunde im Hartmetallwerk G-ELIT statt. Die Gühring-Gruppe hält bislang an der Werks-Schließung in Reinickendorf fest. Der Druck aus der Belegschaft nimmt von Woche zu Woche zu.

Wieder hatte sich die komplette Frühschicht zum IG Metall-Frühstück eingefunden, um zu zeigen: wir halten nicht still! - Fotos: IGM

Von der dramatischen globalen Wirtschaftslage bleibt auch die Firma Gühring nicht verschont. Zollstreit, chinesische Wettbewerber und hausgemachte Krise in Teilen der deutschen Industrie – alles das hat Auswirkungen auf den nunmehr in Teilen eingebrochenen Umsatz und die Ertragssituation des Werkzeughersteller Gühring, der zu den renommiertesten Zulieferern der deutschen Automobilindustrie und des Maschinenbaues zählt. Es läuft augenscheinlich nicht mehr rund in der Gruppe und der Berliner Standort G-ELIT steht im Fokus. Das traditionsreiche Hartmetallwerk in der Lübarser Str. soll zu Ende 2025 ersatzlos geschlossen werden. 250 Beschäftigte sollen gehen.

Nun fand am Montag, 5. Mai 2025, die dritte Verhandlungsrunde statt. Ein von der Arbeitnehmerseite vorgestelltes 3-Säulenprogramm zum Erhalt des Hartmetallwerks fand leider bislang keine Zustimmung des Arbeitgebers, obwohl Alleinstellungsmerkmale bei den Produkten benannt wurden. Das schlanke Fortführungkonzept würde zudem allen Älteren eine gute Ausstiegsmöglichkeit geben.

Dennoch wurde weiterverhandelt. Auch bei einer Komplettschließung muss die soziale Situation der Belegschaft berücksichtigt werden. So oder so muss ein tragfähiger Sozialplan her. Die darin enthaltenen Austrittslösungen müssen angemessen und würdig sein für die zum Teil schon seit Jahrzehnten dort beschäftigten Kollegen/-innen.

Hier ist noch viel Verhandlungs- und Verständigungsarbeit in den nächsten Wochen zu leisten. Die Grundlage für einen Kompromiss ist ein vom Arbeitgeber zu präzisierendes Budgetvolumen. Nur so können angemessene und zu akzeptierende Abfindungsregelungen gestaltet werden.

Der Druck aus der Belegschaft nimmt von Woche zu Woche zu. Wieder hatte sich die komplette Frühschicht zum IG Metall-Frühstück eingefunden, auch, um dem aus Baden-Würtemberg angereisten Verhandlungsteam des Arbeitgebers zu signalisieren – wir halten nicht still. Arbeitskampfmaßnahmen sollen dennoch erst das letzte Mittel sein, welches eingesetzt wird, wenn es zu keiner Einigung am Verhandlungstisch kommt.

Wir verhandeln und kämpfen weiter, so das Signal an den Gühring-Konzern.

Von: Andreas Buchwald

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