Dritte Tarifverhandlung in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg:

Harte Konfrontation – Arbeitgeber verharren in Verweigerungshaltung

  • 19.01.2018
  • igm
  • Aktuelles, Bildergalerie, Tarif 2018, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die dritte Tarifverhandlung für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg ist am Freitagnachmittag ohne Ergebnis geblieben. Sie war von einer harten und konfrontativen Diskussion geprägt. Mehr als 250 Beschäftigte aus Berlin und Brandenburg begleiteten die Verhandlung lautstark von draußen.

Strke fünf Minuten Video zur Kundgebung der Berliner und Brandenburger IG Metaller vor der dritten Verhandlungsrunde - ein Video von Ramon Zorn

„Dass sich die Arbeitgeber auch in dieser Verhandlung verweigert haben, ist angesichts der starken Warnstreiks eine herbe Enttäuschung“, sagte Olivier Höbel, Verhandlungsführer der IG Metall und Bezirksleiter für Berlin, Brandenburg und Sachsen. „Jetzt tickt die Uhr in Richtung weiterer Eskalation.“

Seit zwei Wochen warnstreiken die Belegschaften, versuchen mit den Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Doch von der anderen Seite kommt: wenig bis nichts. Auch diesmal, bei der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg, war auf Seiten der Arbeitgeber nicht viel mehr zu hören als Schweigen. „Daher werden die Warnstreiks in unverminderter Härte fortgeführt“, sagt Olivier Höbel. „Am 25. Januar beraten die Tarifkommissionen im Bezirk und bundesweit über die Ausweitung der Kampfmaßnahmen.“

Und weiter: „Es gibt erste Unternehmen im Osten von Berlin, die in Stufen auf die 35 Wochenstunden des Westens absenken. 28 Jahre nach dem Fall der Mauer und der Verwirklichung der deutschen Einheit kann es nicht sein, dass es immer noch unterschiedliche Arbeitszeiten in Ost und West gibt. Die Arbeitszeit-Mauer muss endlich weg.“ 

Aus Berlin und Brandenburg waren gut 250 Beschäftigte zur Kundgebung gekommen. Die Berliner Belegschaften von Bosch und Pierburg reisten mit einem Autokorso von 50 Autos an. "Die Kollegen sind einfach großartig, wie sie sich in der Tarifrunde engagieren“, sagt Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Mich freut auch sehr, dass die Siemensianer aus dem Dynamowerk dabei waren und mit lautstarkem Trommeln auf ihren Kampf für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze aufmerksam gemacht haben.“



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