Management bleibt phantasielos:

Ideen- und verantwortungslose Entlassungs- und Abbauprogramme bei Siemens

  • 19.06.2019
  • jb
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die Energiewirtschaft stellt jetzt weltweit die Weichen für die Zukunft – und dem Siemens-Management fällt wieder einmal nichts Anderes ein, als Beschäftigte vor die Tür zu setzen und Unternehmensteile auszugliedern. In Deutschland geht es um 1.400 Arbeitsplätze, die gestrichen werden sollen, auch Berlin als größter deutscher Produktionsstandort ist betroffen – die Beschäftigten hier sind sauer auf Joe Kaeser & Co.

Mit guten Leuten gutes Geld verdienen - im Schaltwerk will das Management stattdessen lieber Beschäftigte entlassen

Statt Partnerschaft einseitig beschlossener Stellenabbau, statt Qualifizierung in unternehmerischer Verantwortung Auslagerung von Wertschöpfung: Wer gehofft hatte, dass das Siemens-Management genug Atem hat, um in dem auf Sicht wachsenden Stromübertragungsmarkt und Projektgeschäft weiter vorn dabei sein zu wollen, wird erneut kräftig enttäuscht. Das Management kündigte gestern an, an den deutschen Standorten weitere 1.400 Arbeitsplätze im Bereich Gas and Power zu streichen.

In Berlin ist vor allem die Hochspannung im Schaltwerk von der als „sozialverträglich“ angekündigten Stellenstreichung betroffen. „Die Marktentwicklung ist ja nichts Neues“, sagt Rüdiger Groß, der Betriebsratsvorsitzende im Berliner Schaltwerk. „Aber anstatt ein lukratives Neugeschäft aufzubauen, hat das Management drei Jahre geschlafen. Jetzt sollen die Mitarbeiter die Suppe auslöffeln und sollen entlassen werden.“

Auch die IG Metall Berlin lehnt die Entlassungspläne ab: „Alle Welt spricht von Facharbeiter- und Ingenieursmangel und das Management leistet sich den Luxus, gut qualifizierte Beschäftigte kurzfristig der Rendite zu opfern“, sagt Regina Katerndahl, die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Dabei käme es jetzt darauf an, dass das Management selbst endlich einmal neue Geschäftsfelder entwickelt und mit den Beschäftigten gemeinsam Zukunft gestaltet.“

Birgit Steinborn, die Vorsitzende des Siemens-Gesamtbetriebsrates, kommentiert die Abbaupläne so: "Wir können nicht nachvollziehen, dass in einem langfristig wachsenden Markt ein kurzsichtiger Abbau der Mitarbeiter vorgenommen werden soll."

Die IG Metall Berlin wird gemeinsam mit den Berliner Betriebsräten und den Beschäftigten dafür kämpfen, dass möglichst wenig Beschäftigte in Berlin ihre Industrie-Arbeitsplätze aufgeben müssen.

 


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