FLUKE PROCESS INSTRUMENTS GMBH

IG Metall Berlin kündigt Widerstand gegen geplante Standortschließung von Fluke Process Instruments GmbH in Berlin an

21.02.2025 | Die IG Metall Berlin reagiert entschieden auf die geplante Schließung des Produktionsstandorts der Fluke Process Instruments GmbH in Berlin. Das Unternehmen plant, die Fertigung seiner hochspezialisierten Infrarot-Messgeräte nach Norwich in Großbritannien und Shifu in China zu verlagern. Die IG Metall wird sich gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Belegschaft entschieden gegen diese Maßnahmen stellen.

Fluke Process Instruments GmbH in Berlin - Foto: igm

Laut der Geschäftsführung soll der Berliner Standort geschlossen werden. Die Fertigung soll zunächst nach Großbritannien verlagert werden, gefolgt von einer Produktionserweiterung in China, wo die für China bestimmten Produkte gefertigt werden sollen. Die IG Metall und der Betriebsrat kritisieren diese Pläne und sehen den Berliner Standort mit 35 Jahren Erfahrung in der Herstellung hochkomplexer Messgeräte als unverzichtbar. Sie betonen, dass die Expertise des Standorts nicht einfach in andere Länder übertragen werden kann.

Besonders problematisch wird die Verlagerung nach Großbritannien gesehen, da das Land nach dem Brexit von Zöllen betroffen ist, was die bestehenden Lieferketten und Geschäftsbeziehungen innerhalb der EU erheblich belasten könnte.

„Diese Schließung stellt nicht nur einen massiven Verlust an Arbeitsplätzen dar, sondern auch den Verlust von wertvollem Know-how, das sich über Jahrzehnte in Berlin aufgebaut hat. Wir können nicht zulassen, dass ein so wichtiges Unternehmen mit einer hochqualifizierten Belegschaft, wie es Fluke in Berlin ist, einfach aufgegeben wird“, erklärt Olivia Wagner, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Berlin.

 

Zweifel an den Gründen der Verlagerung

Die Geschäftsführung begründet die Schließung mit globalen Handelsrisiken. Die IG Metall zweifelt jedoch an dieser Begründung, da das Unternehmen hochprofitabel ist und die Nachfrage nach Infrarot-Sensoren stabil bleibt. Die Gewerkschaft und der Betriebsrat fordern von der Geschäftsführung mehr Transparenz und eine detaillierte Darstellung der wirtschaftlichen Vorteile, die eine Verlagerung des Standorts rechtfertigen würden. Besonders die potenziellen Kosteneinsparungen in Großbritannien werden als spekulativ und wenig glaubwürdig angesehen. Auch die Zollbarrieren zwischen Großbritannien und der EU sowie die geopolitischen Unsicherheiten werfen zusätzliche Zweifel auf.

 

IG Metall fordert den Erhalt des Berliner Standorts

Die IG Metall setzt sich klar für den Erhalt des Berliner Standorts ein und wird alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Schließung zu verhindern. „Wir können nicht tatenlos zusehen, wie Arbeitsplätze verloren gehen“, erklärt Olivia Wagner, zuständige Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Berlin. Sie kündigt an, gemeinsam mit der Belegschaft ein Zukunftskonzept zu entwickeln, das den Standort langfristig sichert. Die Verlagerung nach Großbritannien und China werde als keine Lösung betrachtet, da sie mehr Risiken als Chancen mit sich bringe.

Die IG Metall wird alle gewerkschaftlichen, politischen und rechtlichen Mittel ausschöpfen, um den Standort zu erhalten. Die Beschäftigten in Berlin hätten über Jahrzehnten zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, und es sei nun an der Zeit, ihre Interessen zu schützen. Die IG Metall fordert von der Geschäftsführung, ihre Verantwortung wahrzunehmen und statt einer Schließung eine tragfähige Perspektive für den Berliner Standort und seine jahrelang treue Belegschaft zu entwickeln.

Von: Annika Schwarze

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