21. Ordentliche Bezirkskonferenz der IG Metall

IG Metall fordert klare Regeln bei Werkverträgen

  • 03.07.2015
  • bg
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Der IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen zieht auf seiner 21. Ordentlichen Bezirkskonferenz eine positive Bilanz seiner Arbeit und stellt sich entschlossen für mehr soziale Innovationen, Tarifbindung und Mitbestimmung auf. Unter dem Motto „Gerechtigkeit – Demokratie – Zukunft“ trafen sich rund 150 Delegierten und Teilnehmer am 2. Juli in Dahlewitz bei Berlin, um über die Herausforderungen und Ziele zu diskutieren.

Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke würdigte zum Thema Fachkräftesicherung das starke Engagement der IG Metall für die Region. »Die Metaller haben Akzente gesetzt, während andere noch im Tiefschlaf lagen« Die IG Metall habe immer nach vorn geschaut, denn die soziale Gerechtigkeit entscheide sich über die Fachkräftesicherung, sagte Woidke. Er forderte die Unternehmen auf »jeden Jugendlichen mitzunehmen.« Für eine wirtschaftlich gute Entwicklung stehe gerade auch der neue bundesweite Mindestlohn. Änderung am Mindestlohn lehnte Woidke ab.

Christiane Benner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall kritisierte das neue „Bürokratieentlastungsgesetz“ als »Selbstentmachtung der Politik«. So entscheide bei Gesetzen und Verordnungen nicht mehr die sachliche Notwendigkeit, sondern nur die Belastung für die Wirtschaft. Benner rief die Metaller auf, nicht abzuwarten und in die Defensive drängen lassen. »Die IG Metall ist eine konstruktive Kraft für ein besseres Leben heute und morgen. Werkverträge und Crowdsourcing sind neue Herausforderungen für gewerkschaftliches Handeln. Das geht nur mit klaren und gerechten Regeln«, so Benner. Sie forderte die Regulierung von Werkverträgen als Mittel gegen die zunehmende Auslagerungs-Politik der Unternehmen. Mehr als jeder fünfte Beschäftigte arbeite in den Metall-Branchen inzwischen in einem Werkvertrags-Unternehmen.

IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel, äußerte sich angesichts der anhaltend guten Mitgliederentwicklung zufrieden und sieht die IG Metall für die kommenden Herausforderungen gut aufgestellt. »Durch die erfolgreichen Projekte haben viele neue Belegschaften Betriebsräte gewählt und sind für Tarifbindung angetreten. Im Ergebnis haben wir unsere betriebliche Stärke ausgebaut. Rund 6.000 Betriebsräte in knapp 1  000 Betrieben vertreten über 226 000 Beschäftigte. Insbesondere die junge Generation bringt frischen Wind für eine starke Interessenvertretung mit«, sagte Höbel. Als nächstes Ziel und Schwerpunkt nannte Höbel »die Herstellung tariflicher Regelungen bei den Kontraktlogistikern entlang der Wertschöpfungskette der Automobilhersteller.«

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