IG Metall Berlin
31.07.2025 | Wir nahmen an einer Führung der Berliner Unterwelten e.V. durch die ehemaligen Luftschutzräume am U-Bahnhof Gesundbrunnen teil. Mit einem beklemmenden Gefühl gingen wir durch enge, düstere Räume, mit nackten Betonwänden und vielen Treppen.
Schon ab 1933 wurden die Bürger durch Zeitungsartikel auf die Kriegsvorbereitung eingestimmt. Dazu gehörten auch Werbung für die Ausstattung der Schutzräume in den Mietshäusern oder das Verhalten bei Fliegeralarm.
Besonders bedrückend waren die Worte unserer Tour-Guides zu den Menschenmassen in den Bunkern. Während des 2. Weltkrieges hat die NS-Führung, mit Sicherheit nicht auf Komfort der Bevölkerung bedacht, die Anlage für circa 850 Personen zugelassen. Letztlich sollen sich über 3000 Personen in dem Bunker befunden haben. Die wenigen Toiletten reichten sicher vorn und hinten nicht, wenn man überhaupt in ihre Nähe kam. Eine Belüftung gab es meist nicht, da diese bei jedem Stromausfall schlapp machte, die meisten hatten nur einen Stehplatz.
Es gibt nur noch wenige Zeitzeugen, die aus erster Hand über die beklemmenden Gefühle und das Leben voller Angst in den Kriegstagen berichten können. Ich sage ganz klar, so was braucht keiner wieder.
Uli Sieder
Von: rz
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