11.2., 7.30 Uhr - Montag ist Autokorsotag

Infinera: Beschäftigte steuern Autokorso Richtung US-Botschaft

  • 08.02.2019
  • ka
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, Infinera

Der Protest der Beschäftigten gegen das unsägliche Geschäftsgebaren des Infinera-Eigentümers nimmt Fahrt auf. Am Montagmorgen starten die Beschäftigten einen Autokorso und legen auch bei der US-Botschaft einen Zwischenstopp samt Kundgebung ein. Wer mitfahren will, Treffpunkt ist das Infinera-Werk am Siemensdamm 62, Montag, der 11.2., 7.30 Uhr.

Bereits am 1. Februar haben die Infinera-Beschäftigten für Werk und Arbeitsplätze demonstriert.

alle Fotos: Christian von Polentz/transitfoto.de

Der Betriebsratsvorsitzende von Infinera Jörg Wichert spricht zu den Beschäftigten.

Nach einer fulminanten Betriebsversammlung am Donnerstag haben sich viele Beschäftigte in die Liste jener eingetragen, die am Montagmorgen ihr Auto gen US-Botschaft lenken wollen. Sie wollen dort und entlang des Weges ein Zeichen setzen, gegen menschenverachtendes Kapitalistengehabe, für den Berliner Standort und für ihre Arbeitsplätze. „Die Geschäftsführung will die Beschäftigten mit Brosamen abspeisen. Gemeinsam mit den Beschäftigten wollen wir, dass das Werk, seine Beschäftigten und das wichtige Know-how in Berlin bleibt“, sagt Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin.

Sie wird am Montag genauso zu den Beschäftigten sprechen wie Jörg Wichert, der Betriebsratsvorsitzende von Infinera in Berlin. Schon vor einer Woche hatte er versprochen, „dass wir gemeinsam mit der IG Metall etwas auf die Beine stellen werden“. Der kommende Autokorso ist eine der nächsten Aktionen. Inzwischen ist auch die eigens eingerichtete Facebook-Seite online, auf der Betriebsrat und Beschäftigte über Aktionen informieren und Interessierte auf dem Laufenden halten. Die Online-Petition wiederum haben bereits mehr als 2.750 Menschen unterschrieben.

Auch Berliner Bundestagsabgeordnete von CDU, SPD und LINKEN haben sich mit den Beschäftigten solidarisiert. Sie wollen sich sowohl im Bundeskanzleramt als auch in den Ministerien für Arbeit, Wirtschaft und Verteidigung für das Fertigungswerk in Berlin stark machen. Denn es geht nicht nur um 400 industrielle Arbeitsplätze, sondern auch um einen Standort, der sich in einem besonders wichtigen Zukunftsfeld positioniert hat. In Berlin produzieren sie optische Übertragungssysteme und Systemlösungen für 5G-Datenautobahnen, die Voraussetzung für Industrie 4.0 und Digitalisierung sind. Das ist für die Datensicherheit in Deutschland relevant.

Deshalb ist auch die Bundesregierung, ist die Politik in Deutschland gefordert: „Die Bundesregierung kann und muss sensibles Know-how in technologischen Zukunftsfeldern wie zum Beispiel bei Datenautobahnen besser schützen“, fordert Birgit Dietze, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. Die Botschaft an die Unternehmensspitze in Kalifornien jedenfalls ist eindeutig: Berlin ist nicht der Wilde Westen, und Beschäftigte achtlos entsorgen wollen, geht gar nicht.

 


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