Erleichterung über Eigentümerwechsel

KB PowerTech: Neuer Eigentümer, neue Hoffnung?

  • 08.10.2019
  • Andreas Buchwald
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, KB PowerTech

Vorsichtige Erleichterung bei den Berliner Beschäftigten von KB PowerTech. Denn das Kapitel mit Eigentümer Knorr-Bremse gehört der Vergangenheit an, nachdem Finanzinvestor Radial Capital Partners (RCP) den Geschäftsbereich gekauft hat. Noch ist nicht klar, was das für Standort und Personalstruktur bedeutet. Betriebsrat und IG Metall sind dran.

Beschäftigte von KB PowerTech und Hasse & Wrede demonstrieren gegen Schließungspläne und den 42-Stunden-Konzern. Foto: Christian von Polentz / transitfoto.de

Große Veränderung bei KB PowerTech. Per Presseerklärung verkündete Knorr-Bremse den Verkauf ihrer Geschäftssparte PowerTech an den Münchner Investor Radial Capital Partners (RCP). Zwei Tage später hat sich der Investor und das neue Management den rund 420 Berliner Beschäftigten auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung vorgestellt.

Dessen Ansagen waren klar: Er möchte mit dem derzeit defizitären Geschäftsbereich in die schwarzen Zahlen und Geld verdienen. Er will KB PowerTech aber weder entkernen noch zerschlagen. Vielmehr gelte es die Chancen zu nutzen, die ein Unternehmen mit nunmehr mittlerer Größe gegenüber einem großen Konzern wie Knorr-Bremse bieten kann, zum Beispiel schnellere Entscheidungswege.

Viele Beschäftigte waren über den Eigentümerwechsel deshalb auch erst einmal erleichtert. „Wir sehen bei den Kolleginnen und Kollegen aufkeimende Hoffnung, dass mit dem Eigentümerwechsel auch Chancen einhergehen“, sagte Karsten Näthe, Betriebsratsvorsitzender von KB PowerTech Berlin. Betriebsrat und IG Metall wollen nun vom Eigentümer mehr wissen – über sein Geschäftsmodell genauso über seine Personalplanung.

„In der neuen Konstellation sehen wir Möglichkeiten, die Situation für die Beschäftigten bei KB PowerTech zu verbessern. Wir wollen gemeinsam mit Betriebsrat und Eigentümer nach vorne schauen. Allerdings wissen wir heute noch zu wenig“, sagt Andreas Buchwald von der IG Metall Berlin.

Klar ist, die Beschäftigten arbeiten bei KB PowerTech unter erschwerten Bedingungen, denn aktuell gibt es keine Tarifbindung. Derzeit arbeiten manche Beschäftigten noch 35 Wochenstunden, während eine zunehmende Zahl 42 Wochenstunden in ihrem Vertrag stehen haben. Das sorgt für viel Spannungen im Unternehmen. „Wir sehen aber gute Chancen, mit dem neuen Management und dem Investor RCP darüber ins Gespräch zu kommen“, fügte Buchwald hinzu.

Zum Hintergrund:
Im Geschäftsbereich PowerTech arbeiteten laut Knorr-Bremse (Stand 30.9.2019) 526 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie entwickeln und produzieren elektrische Energieversorgungssysteme für den Schienenverkehr und industrielle Anwendungen. 2018 erwirtschafteten sie 90 Millionen Euro Umsatz sowie ein Ergebnis (EBIT) von minus 19 Millionen Euro. Die beiden wichtigsten Standorte sind Holzkirchen bei München (rund 70 Beschäftigte) und Berlin (rund 420 Beschäftigte).

Radial Capital Partners (RCP) ist laut ihrer Webseite „eine unabhängige und international tätige Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München. Wir engagieren uns bei Konzernabspaltungen, Konzernausgründungen, in Fällen ungelöster Nachfolge sowie bei Restrukturierungen. Wir begleiten unsere Unternehmen langfristig und stellen neben Kapital operative Ressourcen zur Verfügung.“

 

 


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