Betriebsratswahlen

Knorr-Bremse Betriebsratsvorsitzender nach gewonnener Wahl: „Unser Ziel bleibt der Tarifvertrag“

22.04.2026 | Das Berliner Knorr-Bremse-Werk ist mit rund 1000 Beschäftigten einer der wichtigsten deutschen Produktionsstandorte des Konzerns. Seit 2022 hat der Betriebsrat dort eine IG Metall-Mehrheit. Auch in dieser Wahlperiode konnte das Team IG Metall erneut die Mehrheit im Gremium gewinnen. Betriebsratsvorsitzender Karsten Arndt berichtet im Interview über die Wahl.

Betriebsratsvorsitzender Karsten Arndt berichtet im Interview von der Betriebsratswahl bei Knorr-Bremse - Foto: privat

Seit 2022 hat der Betriebsrat im Berliner Knorr-Bremse-Werk eine IG Metall-Mehrheit. Mitgliederzuwächse und das Engagement vieler Aktiver für eine Tarifbindung haben im Werk starke Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen angeschoben. „Entgelt- und Arbeitszeitanpassungen sind Erfolge des IG Metall-Betriebsrats-Teams und zeigen, dass sich auch ein großer Konzern bewegen muss, wenn die Leute im Betrieb kollektiv auf Veränderungen drängen“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Andreas Buchwald. Betriebsratsvorsitzender Karsten Arndt berichtet im Interview über die Wahl.

 

Karsten, im März habt ihr einen neuen Betriebsrat gewählt. Wie beurteilst du das Ergebnis?

Sehr positiv! Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zu 2022 gestiegen und das Team IG Metall ist erneut stärkste Kraft geworden, obwohl die Rahmenbedingungen schwierig waren. In letzter Zeit gab es wiederholt Spannungen zwischen Arbeitgeber und einzelnen Betriebsratsmitgliedern bei Knorr-Bremse Berlin. Dennoch haben sich unsere Kolleginnen und Kollegen davon nicht verunsichern lassen. Das zeigt deutlich, dass die Beschäftigten sich eine starke Interessenvertretung wünschen und unserer Arbeit vertrauen.

Was war euer wichtigster Erfolg in der letzten Amtszeit?

Nachdem wir als Team IG Metall im Jahr 2022 erstmals die Betriebsratswahlen gewinnen konnten, ist es uns gelungen, ein tarifähnliches Entgeltsystem nach ERA einzuführen. Damit sind wir bislang der einzige Knorr-Bremse-Standort in ganz Deutschland. So konnten wir Transparenz und Fairness bei der Bezahlung deutlich verbessern. Für die Kolleginnen und Kollegen ist das ein echter Fortschritt.

Welche Ziele habt ihr euch für die kommenden vier Jahre gesetzt?

An erster Stelle steht für uns die Einführung eines konzernweiten Tarifvertrags. Daran arbeiten wir nicht nur in Berlin, sondern gemeinsam mit anderen Standorten, an denen ebenfalls viele IG Metall-Betriebsräte gewählt wurden. Darüber hinaus wollen wir auch bei Themen wie der Altersteilzeit weitere Verbesserungen erreichen.

Warum lohnt es sich für Beschäftigte, ihren Betriebsrat und die IG Metall zu unterstützen?

Das tarifähnliche System, das wir durchgesetzt haben, war ein wichtiger erster Schritt, aber es gibt noch viel Potenzial nach oben. Gemeinsam können wir deutlich mehr erreichen. Unser klares Ziel bleibt ein Tarifvertrag. Aktuell fehlen uns zum Beispiel Sonderzahlungen, die Zuschläge für Nachtschichten fallen mit Tarifvertrag höher aus, und auch die Frage, ob wir die Entgelterhöhung von 3,1 Prozent erhalten, die tarifgebundene Betriebe der Metall- und Elektroindustrie ab Ende April bekommen, ist noch offen.

Was möchtest Du den Kolleginnen und Kollegen nach der Wahl mit auf den Weg geben?

Kommt mit euren Anliegen jederzeit auf uns zu. Sprecht uns an, bringt euch ein und werdet Mitglied in der IG Metall. Nur gemeinsam können wir unsere Interessen wirksam vertreten und die Einführung eines Tarifvertrags erreichen. Ich sage immer: der Mitgliedsbeitrag ist sehr gut in die Zukunft angelegt.

 

Hintergrund:

Die Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH in Berlin produziert Bremsscheiben und Steuerventile für Bremsanlagen in Schienenfahrzeugen. Mit gut 1000 Beschäftigten gehört der Standort zu den zentralen Produktionsstätten von Knorr-Bremse. Der milliardenschwere Konzern zählt zu den wenigen großen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie im MDAX, die nicht tarifgebunden sind.

Team IG Metall ruft zur Betriebsratswahl bei Knorr-Bremse auf - Video

Von: Annika Schwarze

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