Metall-Tarifkonflikt 2015 - Pressemeldung Bezirk

Metall-Arbeitgeber im Rückwärtsgang - IG Metall lehnt Angebot für Berlin und Brandenburg ab

  • 30.01.2015
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  • Aktuelles

IG Metall lehnt Angebot für Berlin und Brandenburg ab Die IG Metall hat das in der zweiten Tarifverhandlung in Berlin vorgelegte Angebot des Berlin-Brandenburger Arbeitgeberverbandes als völlig unzureichend zurückgewiesen.

Foto: Christian von Polentz/ transitfoto.de

„Das Angebot der Arbeitgeber ist die gleiche Mogelpackung, wie sie schon in anderen Ländern vorgetragen wurde. Dieser zweite Aufguss ist eine vergebene Chance ernsthaft voran zu kommen. Wir verlangen für alle drei Forderungen akzeptable Lösungen und keine Provokationen. Offensichtlich müssen wir die Arbeitgeber mit Warnstreiks auf der Straße überzeugen«, sagte Olivier Höbel, IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer.

Trotz akutem Handlungsdruck wollen die Arbeitgeber den Älteren den notwendig fairen Ausstieg aus dem Erwerbsleben verbauen und den Anspruch auf Altersteilzeit von bisher vier auf zwei Prozent aller Beschäftigten halbieren. »Wir werden nicht zulassen, dass die Arbeitgeber die Lebensleistung der Beschäftigten verhöhnen, nachdem diese sich in den Betrieben kaputt gearbeitet haben«, sagte Höbel.

Die Arbeitgeber gehen auch bei Bildungsteilzeit auf Konfrontation und lehnen tarifliche Ansprüche auf qualifizierte Weiterbildung ab. »Alle wissen, dass die Haltbarkeitsdauer von Bildung immer kürzer wird. Vor allem junge Menschen wollen für die Zukunft fit sein, um den Anschluss nicht zu verlieren. Sie erwarten faire Chancen an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen zu können. Deshalb brauchen wir verlässliche Freistellungen mit einer finanziellen Grundausstattung. Der Bildungsegoismus der Arbeitgeber hat kein Platz in dieser Zeit. Die gesamte Branche ist gefordert, die Weiterbildung für alle Beschäftigten gerade jetzt zu ermöglichen und nicht über Fachkräftemangel zu jammern«, so Höbel.

Beim Geld gehe es zudem um die faire Teilhabe am Erfolg der guten Geschäfte. »Die gebotenen 2,2 Prozent sind ein kleiner Anfang, werden aber weder der guten konjunkturellen Situation noch der starken Leistung der Belegschaften in der Metall- und Elektroindustrie gerecht«, sagte Höbel.

Die IG Metall fordert für die rund 100.000 Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie in Berlin-Brandenburg 5,5 Prozent höhere Einkommen für die Dauer von zwölf Monaten, verbesserte und flexible Altersübergänge und einen Anspruch auf Bildungsteilzeit.

Im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde in Berlin unterstützten rund 250 Metallerinnen und Metaller die Forderungen der IG Metall mit einer Kundgebung.

Zur Bildergalerie und Meldung zur Kundgebung am 30. Januar


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