03.04.2025 | Am Donnerstag, den 3. April 2025, legten mehr als 40 Beschäftigte der BMW-Niederlassung in Berlin-Weißensee für zwei Stunden die Arbeit nieder. Gemeinsam mit der IG Metall setzten sie ein klares Zeichen für ihre Forderungen: 6,5 Prozent mehr Entgelt, 170 Euro zusätzlich für Azubis und eine Entlastungskomponente für die Belegschaft.
Die Warnstreikwelle in der Kfz-Tarifrunde geht weiter: Am dritten Warnstreiktag legten die Beschäftigten der BMW-Niederlassung in der Gehringstraße in Berlin-Weißensee für zwei Stunden die Arbeit nieder. Über 40 Kolleginnen und Kollegen demonstrierten für ihre Forderung nach 6,5 Prozent mehr Entgelt, einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 170 Euro sowie einer Entlastungskomponente für die Beschäftigten.
Philipp Singer, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, zeigte sich enttäuscht über den Verlauf der ersten Tarifverhandlung im KFZ-Handwerk, die am 17. März ergebnislos endete: "Die Forderungen sind mehr als gerechtfertigt. 6,5 Prozent mehr Entgelt und 170 Euro mehr für Azubis sind das Mindeste. Doch die Arbeitgeber zeigen keinerlei Entgegenkommen. Deshalb müssen wir jetzt Druck aus den Betrieben aufbauen und ein klares Zeichen setzen."
Belegschaft von BMW steht geschlossen hinter den Forderungen
Hardy Krömke, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, betonte die geschlossene Haltung der Belegschaft: "99 Prozent sind hier, um für eine Lohnerhöhung zu kämpfen. Die Verhandlungen laufen schleppend, aber der Kampf geht weiter. Die Führungsebene klagt über schwierige Zeiten, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Es geht uns um unsere Zukunft!"
Die Kfz-Branche steht wirtschaftlich stabil da, die Werkstätten sind gut ausgelastet, und Fachkräfte werden dringend gesucht. Ohne eine Anpassung der Entgelte könnte das Handwerk langfristig an Attraktivität verlieren. Eine aktuelle Beschäftigtenbefragung der IG Metall zeigt, dass vor allem geringe Wertschätzung und hoher Arbeitsdruck dazu führen, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen die Branche verlassen.
Warnstreiks sind unser gutes Recht!
Betriebsrat Martin Kleemann verteidigte in seinem Redebeitrag das Recht auf Warnstreiks: "Wir können nicht einzeln um eine Entgelterhöhung bitten – nur gemeinsam über die Gewerkschaft geht das. Das Grundrecht auf Warnstreik lassen wir uns nicht nehmen. Hier setzen wir ein klares Zeichen."
Aktuell arbeiten rund 430.000 Menschen im Kfz-Handwerk, von denen 91.000 direkt von einem Tarifvertrag der IG Metall profitieren. Die IG Metall fordert in der aktuellen Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Entgelt, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 170 Euro und eine Entlastungskomponente für besonders belastete Beschäftigte.