Sechs Stunden verhandelt

Nedschroef: Die Beschäftigten können auch laut

  • 05.02.2020
  • Michael Netzhammer
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die Ouvertüre zu den heutigen Verhandlungen über einen Sozialplan hat die Geschäftsleitung beeindruckt. Früh- und Nachtschicht standen Spalier und stärkten ihrer Betriebsratsvorsitzenden Susanne Brode samt Team mit ordentlich Dezibel den Rücken.

Beschäftigte stehen Spalier, ...

... sind sich einige, ...

... können auch laut, ...

... und lassen sich nicht abspeisen. Alle Fotos (c) privat

Tröten, IG Metall-Westen und die komplette Früh- und Nachtschicht auf der Straße. Dass hier eine verschworene Gemeinschaft zusammensteht, gut organisiert ist und ihre Rechte sehr genau kennt, ist bei der Geschäftsleitung am heutigen Dienstag, den 4. Februar 2020 angekommen. Sechs Stunden haben die Geschäftsleitung von Nedschroef und der Betriebsrat plus die beratenden IG Metall-Rechtsanwälte verhandelt. Klar ist: Nedschroef wird sein Werk in Berlin schließen.

Jetzt geht es um einen fairen Sozialplan und einen Interessenausgleich, der den rund 70 Beschäftigten eine Zukunft eröffnet, wenn schon ihr Werk dichtmacht. Viele der Beschäftigten haben 20 und mehr Jahre für die Nedschroef Fraulautern GmbH Stift- und Kopfschrauben für Motoren und andere Komponenten gepresst. Die gingen an VW, BMW, Daimler und ZF. Sie haben in Lärm und Hitze für ihr Unternehmen geschuftet und dazu beigetragen, dass die Koninklijke Nedschroef Holding B.V. aus den Niederlanden hübsche Gewinne einstecken konnte.

Jetzt in der Krise muss die Geschäftsleitung etwas zurückgeben und Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen – mit einem fairen Sozialplan. Das hat Susanne Brode in den sechsstündigen Verhandlungen deutlich gemacht. „Der lautstarke Empfang durch Früh- und Nachtschicht und die gute Unterstützung der IG Metall zeigt dem Unternehmen, dass wir hier zusammenstehen und uns nicht abspeisen lassen“, sagte sie am Ende der Verhandlungen. „Wir sind uns heute ein gutes Stück nähergekommen“, fügt sie noch hinzu.

Bis zum Durchbruch müssen beide Seiten noch rechnen, die Geschäftsleitung sich bewegen, damit ein guter Sozialplan für die Beschäftigten abgeschlossen werden kann.

 

 


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