Rentenkommission ohne Betroffene

Offene Briefe an die Kommissionen vom BMAS und DGB

14.04.2026 | Am 7.1.2026 hatte die Alterssicherungskommission (ASK) vom Bundeministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ihre Arbeit aufgenommen. In der Kommission sitzen nur Politiker*innen und Akademiker, aber keine Vertreter der gesetzlich Rentenversicherten. Der SAK hat daher Offene Briefe an die Kommissionen vom BMAS und DGB formuliert.

Am 7.1.2026 hatte die Alterssicherungskommission (ASK) vom Bundeministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ihre Arbeit aufgenommen. In der Kommission sitzen nur Politiker*innen und Akademiker, aber keine Vertreter der gesetzlich Rentenversicherten. Am 26.2.2026 hatte daraufhin der DGB, Einzelgewerkschaften mit den Sozialverbänden eine Rentenkommission gegründet.

Wir befürchten, dass es bei dem Auftrag der ASK ausschließlich darum geht, die Kosten der Alterssicherung zu senken und damit die Leistungen der Rente. Wir haben folgende Fragen, Hinweis an alle Kommissionsmitglieder gestellt: 

  • Die Höhe der deutschen Renten sind im europäischen Vergleich weit abgeschlagen auf Platz 17 von 22 in der EU. – Wie kann das sein, wir sind das wirtschaftlich stärkste Land in der EU?
  • Jeder 5. Rentnerhaushalt (20%) lebt in Armut, vor 20 Jahren war es noch jeder 9. Haushalt (11%). Eine Steigerung um 80 %. – Wie kommt das, ist das akzeptabel?
  • Der Anteil der Rentenzuschüsse am Bundeshaushalt sinkt und zwar von 31 % 2004 auf 25% in 2024. – Nanu! Warum wird in der Öffentlichkeit dann immer das Gegenteil behauptet?
  • Der Anteil der Rentenausgaben am Bruttoinlandsprodukt sinkt von 10,4 % 2003 auf 8,9 % in 2023, obwohl 1,5 Million Rentner mehr zu versorgen sind. – Kennen Sie diese Zahlen?
  • Das Drei-Säulen Modell ist gescheitert. Die Riester-Rente ist gescheitert. Die Betriebsrenten schrumpfen. – Und jetzt soll dieses gescheiterte Modell das Modell der Zukunft sein?
  • Die geburtenstarken Jahrgänge gehen bereits seit 7 Jahren in Rente und der Beitrag bleibt bei 18,6% bis mindestens 2028 stabil. – Haben Sie das schon irgendwie mitbekommen?
  • Warum nimmt sich die Alterssicherungskommission nicht aller Systeme an, auch die der Beamten, Politiker und Selbständigen?

Wir erwarten nicht nur Antworten auf diese fundamentalen Fragen. Wir erwarten auch dass Sie die Meinung und den Willen von sehr großen Mehrheiten in der Bevölkerung respektieren und mit ihren Reformkonzepten Rechnung tragen.

  • 80% bis 90% wollen auf keinen Fall eine Kürzung der Renten hinnehmen.
  • 70% bis 85% wollen keine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit.
  • Über 50% wollen eine Rente, die mindestens 75 % des Im Arbeitsleben erzielten Nettolohns beträgt.
  • 99 % wollen eine Rente, die Altersarmut verhindert.
  • 75% bis 85% wollen, dass Schluss ist mit dem Klassenrecht in der Altersversorgung und fordern eine Versicherung für alle Erwerbstätigen.

Wir sind uns sehr sicher, dass ohne die Beteiligung der Reichen und Vermögenden an der Finanzierung der Renten- und Sozialreformen wird es keine Antwort auf diese drängenden Fragen geben.

Und wir erwarten von Ihnen eine Antwort, mit welchen Zielen Sie an die Arbeit gehen und ob Sie bereit sind in einen Dialog mit den Betroffenen, den jetzigen und den zukünftigen Rentnern, einzutreten.

Von: Klaus Murawski

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