35 Stunden – keine Zeit für neue Mauern

Regierender Bürgermeister für Angleichung der Arbeitszeit

  • 02.05.2019
  • rk
  • Aktuelles

Traditionell empfängt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am Vorabend der Maikundgebung Vertreterinnen und Vertreter von DGB-Gewerkschaften, so auch in diesem Jahr. Ein Thema dort: Die Angleichung der Arbeitszeit. Diese Forderung findet Michael Müller richtig und solidarisierte sich mit den Kolleginnen und Kollegen, die 35 Wochenstunden für alle fordern.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (Mitte), Udo Rauchert (rechts von ihm), Regina Katerndahl (links) sowie Betriebsrätinnen, Betriebsräte und Vertrauensleute beim Empfang im Berliner Rathaus. (c) Martin Streitberger

In Berlin zeugen noch einige Mauerreste von der Teilung der Stadt. Die Mauer ist 1989 gefallen. Und doch steht die Mauer noch und trennt Beschäftigte wie vor 30 Jahren. Wer im ehemaligen Westen tätig ist, arbeitet 35 Wochenstunden, wer in einem Unternehmen beschäftigt ist, das im ehemaligen Osten der Stadt steht, muss Woche um Woche drei Stunden mehr arbeiten.

Wie absurd diese Lage ist, kann zum Beispiel Udo Rauchert, Betriebsratsvorsitzender bei Siemens Mobility in Berlin-Treptow, schildern. „Fünf Meter von unserem Betrieb stand einmal die Mauer und weil wir diesseits der Mauer arbeiten, müssen wir 38 Stunden pro Woche ran, während unsere 250 Kolleginnen und Kollegen, die in der Siemensstadt arbeiten, drei Stunden weniger arbeiten. Das ist absurd“, sagte Udo Rauchert.

Beim Empfang hat er und andere Gewerkschafter dieses Thema auch mit dem Regierenden Bürgermeisters Michael Müller angesprochen. Der solidarisierte sich mit der Forderung der Beschäftigten wie das gemeinsame Foto von Michael Müller, Udo Rauchert sowie Betriebsrätinnen, Vertrauensleuten und Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin zeigt.

Am 1. Mai kritisierte Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall, in Bautzen die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber bei der Angleichung der Arbeitszeit. „Die Arbeitgeber sabotieren gleichwertige Lebensverhältnisse, weil sie sich aus der Tarifbindung stehlen und zugleich die Arbeitszeiten hier immer noch höher als in Westdeutschland sind.“  

 


Drucken Drucken