Nachhaltig mit den Beschäftigten

Siemens Energy – Personalabbau stoppen!

  • 07.02.2021
  • Michael Netzhammer
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, Siemens

Am Donnerstag haben 300 Beschäftigte vor dem Gasturbinenwerk für ihre Arbeitsplätze und für ein nachhaltiges Konzept demonstriert. Am Samstag haben einige von Ihnen ein Zeichen am Brandenburger Tor gesetzt, dass die Beschäftigten ihre Arbeitsplätze nicht einfach aufgeben werden.

Beschäftigte am Brandenburger Tor. (c) Christian von Polentz/transitfoto.de

„Eins muss dem Vorstand von Siemens Energy klar sein. Wir werden die Verlagerung von Teilen der Fertigung aus der Huttenstraße nach Ungarn nicht tatenlos hinnehmen“, sagte Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin am Samstag vor dem Brandenburger Tor. Dort hatten sich Betriebsräte, Metallerinnen und Metaller zu einer spontanen Foto-Aktion verabredet. Ihre Botschaft: Nachhaltigkeit geht nur mit den Beschäftigten und für den Klimaschutz braucht es das Know-how aus dem Berliner Gasturbinenwerk.

Denn nach Kohle- und Atomausstieg sind Gaskraftwerke notwendige Brückentechnologie, wenn die Sonne nicht scheint oder Windstille herrscht. Die neuesten Gasturbinen verfügen über einen deutlich höheren Wirkungsgrad und emittieren bei gleicher Leistung deshalb deutlich weniger Kohlendioxid als ältere Modelle. Aber auch der Betrieb älterer Modelle kann weiter optimiert werden. In diesen Schlüsselbereichen liegen die Kernkompetenzen der Turbinenspezialistinnen und -spezialisten aus der Huttenstraße. Von Berlin aus warten sie Gasturbinen in Kraftwerken rund um den Globus. Verschwindet die Fertigung jedoch aus Berlin, ist auch der Service langfristig in Gefahr und damit viele weitere Arbeitsplätze in Berlin.

Seit Mittwoch wissen die Beschäftigten, dass der Vorstand der Siemens Energy über 700 Arbeitsplätze im Gasturbinenwerk abbauen will, 400 allein in der Fertigung. Zu diesen Plänen fand der Betriebsratsvorsitzende Günter Augustat am Mittwoch deutliche Worte: „Diese Pläne sind maßlos, unverhältnismäßig und sie stellen die Existenz des Standorts in Frage.“