IG Metall Berlin auch dabei:

Soko Ausbildung tagt beim Regierenden Bürgermeister

  • 10.07.2020
  • Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Jugend, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die Sonderkommission Ausbildung will Auszubildende und Betriebe besser miteinander verbinden. Die IG Metall Berlin mahnt bei dem Treffen an, die Qualität der Ausbildungswege zu steigern.

Simon Sternheimer: "Auch der Senat muss seine Hausaufgaben machen und Berufsschulen und überbetriebliche Ausbildung finanziell deutlich besser ausstatten"

Mehrere Senatsmitglieder, der Regierende Bürgermeister Michael Müller, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, mehrere Gewerkschaftsvertreter*innen und die Agentur für Arbeit: Es hatte sich viel Sachkompetenz im Roten Rathaus versammelt, um der sich in Folge der Corona-Krise kräftig verschlechternden Berliner Ausbildungssituation zu begegnen.

Sie alle gehören der Sonderkommission Ausbildungsplatzsituation und Fachkräftesicherung beim Regierenden Bürgermeister von Berlin an. „Die Zeiten sind schwierig, aber es bleibt dabei, dass unsere Wirtschaft auch zukünftig einen hohen Bedarf an Fachkräften haben wird“, sagte Michael Müller (SPD). „Nur wer jetzt ausbildet, hat später die Fachkräfte, die das Unternehmen zukunftssicher machen.“

Der Appell des Regierenden Bürgermeiste ist dringend notwendig. Schließlich hat sich die Ausbildungssituation in Berlin drastisch verschlechtert. Darauf hatte auch die IG Metall Berlin in den vergangenen Wochen immer wieder hingewiesen.

„Viele Unternehmen stecken viel Kraft in die Ausbildung und setzen die richtigen Akzente“, sagt Simon Sternheimer, der in der IG Metall Berlin für Ausbildung zuständige Gewerkschaftssekretär. Weil Berlin aber zu wenige namhafte Unternehmen mit eigenem Firmensitz habe, gäbe es nicht genug Unternehmen mit einer hohen Anzahl guter und hochqualifizierter Ausbildungsplatze: „Deswegen sind wir bundesweit das Schlusslicht, was die Zahl der Ausbildungsplätze angeht.“

Daher sollte der Senat sich stärker in der überbetrieblichen Ausbildung engagieren. „Der Senat muss kräftig in die Qualität der Berufsschulen und Ausbildungswerkstätten investieren“, fordert Simon Sternheimer. „Wir sollten uns in Berlin vornehmen, in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0 eine Vorreiterrolle einzunehmen, um unsere Azubis bestmöglich auf das vor ihnen liegende Berufsleben vorzubereiten. Dann kann die Berliner Ausbildung deutlich an Profil gewinnen.“