09.01.2026 | Werksschließungen trotz schwarzer Zahlen: Die BSH Hausgeräte GmbH will ihre Werke in Nauen und Bretten schließen. Beschäftigte am Berliner Entwicklungsstandort Siemensstadt zeigen Solidarität und kritisieren die Konzernstrategie.
Die geplanten Werksschließungen der BSH Hausgerätewerk Nauen GmbH (Brandenburg) und Neff in Bretten inkl. angeschlossener Logistik (Baden-Württemberg) sorgen bundesweit für Empörung. Rund 1.400 Beschäftigte sollen ihre Arbeitsplätze verlieren – obwohl beide Standorte seit Jahren erfolgreich arbeiten und der Konzern schwarze Zahlen schreibt. Statt in Beschäftigung, Ausbildung und Innovation in Deutschland zu investieren, werden funktionierende Werke abgewickelt. IG Metall und Gesamtbetriebsrat kritisieren dieses Vorgehen scharf.
Solidarität aus Berlin
In Berlin ist die Solidarität deutlich spürbar. Am globalen Entwicklungsstandort der BSH in Siemensstadt arbeiten über 900 Ingenieurinnen und Ingenieure. Gemeinsam mit ihren Familien haben sie sich kürzlich an einer Öffentlichkeitsaktion in Nauen beteiligt. Mit einem gemeinsamen Familienfoto, Transparenten und einer Unterschriftenliste setzten sie ein klares Zeichen der Unterstützung für die Kolleginnen und Kollegen in Nauen und Bretten. Darüber hinaus haben die Beschäftigten in Berlin durch eine Banneraktion ihre Solidarität zum Ausdruck gebracht.
Frank Droge, Betriebsrat bei BSH in Berlin sagt: „Niemand darf glauben, dass durch die Schließung der Fabrik in Nauen der Standort Berlin sicherer wird. Es geht hier um den Standort Deutschland, der auch durch falsche Managemententscheidungen in Gefahr gebracht wird. Dem müssen sich alle Beschäftigten entgegenstellen.“
Gewerkschaftssekretär Andreas Buchwald fügt hinzu: „Das Entwicklungszentrum der BSH in Berlin ist eine Perle im Konzern mit einer hochmotivierten Belegschaft. Alle beobachten genau, wie das Management mit den Beschäftigten der Werke umgeht. Dafür haben die Berliner nur einen Kommentar übrig: Trostpreis! Am Wohlrabedamm ist den Beschäftigten klar: Aufpassen und dagegenhalten müssen alle gemeinsam. Nichts ist in Stein gemeißelt.“
IG Metall sieht klaren Bruch der Mitbestimmung
Kritik richtet sich nicht nur gegen die Entscheidung selbst, sondern auch gegen das Vorgehen der Geschäftsführung. Gesamtbetriebsrat und IG Metall wurden erst sehr kurzfristig informiert – aus Sicht der Arbeitnehmervertretungen ein klarer Bruch der Mitbestimmung und der über Jahre gewachsenen Sozialpartnerschaft bei BSH.
IG Metall und Gesamtbetriebsrat fordern weiterhin: