Mehr Geld, mehr Sonderzahlungen, bessere Arbeitsbedingungen

Tarifrunde Leiharbeit: Endlich Löhne mit Zukunft

  • 24.09.2019
  • mn
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, Leiharbeit

Leihbeschäftigte dürfen nicht länger auf Mindestlohnebene herumkrebsen, sollen sie ihre Altersversorgung absichern können. Deshalb fordert der DGB für seine acht Mitgliedsgewerkschaften deutlich mehr Geld und verbesserte Arbeitsbedingungen.

Symbolfoto - (c) Christian von Polentz/transitfoto.de

Am 17. September 2019 haben die Verhandlungen zwischen DGB und Arbeitgeberverbänden begonnen. Der DGB fordert für seine acht Mitgliedgewerkschaften, darunter die IG Metall, 8,5 Prozent mehr Geld für alle Leihbeschäftigten. Außerdem sollen Weihnachts- und Urlaubsgeld so erhöht werden, dass sie einem 13. Monatsgeld entsprechen. Ein Teil soll exklusiv für Mitglieder der DGB-Gewerkschaften vorbehalten sein.

Darüber hinaus fordert die Arbeitnehmerseite mehr Urlaubstage und bessere Zuschlagsregelungen: „Leihbeschäftigte müssen endlich dieselben Zuschläge wie ihre Kolleginnen und Kollegen im jeweiligen Betrieb erhalten, wenn sie in der Nacht, an Sonn- oder Feiertagen arbeiten“, sagt Birgit Dietze, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin.

Darum fordern Gewerkschaften 8,5 Prozent
Durch die überdurchschnittliche Entgelterhöhung will der DGB einen deutlichen Abstand der unteren Tarifentgelte zum gesetzlichen Mindestlohn erreichen. Die Entgeltgruppe 1 in der Leiharbeit liegt derzeit bei 9,79 Euro (West) und 9,49 Euro (Ost). Um perspektivisch eine eigenständige Alterssicherung der Beschäftigten zu erreichen, müssen die Löhne deutlich steigen. Die Beschäftigten dürfen im Alter nicht auf Grundsicherung angewiesen sein und die Branche muss endlich gute Arbeitsbedingungen einführen.

Hintergrund: Wer verhandelt hier mit wem?
Die Leiharbeit ist die einzige Branche, in der alle acht Mitgliedsgewerkschaften als DGB-Tarifgemeinschaft Leiharbeit Tarifverhandlungen führen. Die Entgelttarifverträge zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft und dem Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) sowie dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ) wurden fristgerecht zum 31.12.2019 gekündigt. Die Tarifverträge betreffen bundesweit rund 98 Prozent der rund 900.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter.

Endlich Zählbares
Bislang kommt von den Arbeitgebern nichts. Beim nächsten Verhandlungstermin am 29. Oktober 2019 müssen sich die Arbeitgeber deutlich bewegen und endlich ein konkretes Angebot auf den Tisch legen.

Mitglied werden – von den Vorteilen der Tarifrunde profitieren
Um von den Forderungen der Gewerkschaften profitieren zu können, sollten Leihbeschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in die IG Metall eintreten. Denn Anspruch auf die Tarifergebnisse haben nur IG Metall-Mitglieder. Als IG Metall-Mitglied stärkst Du somit die Solidargemeinschaft. Und: Je stärker wir werden, desto mehr kann die IG Metall, in diesem Fall der DGB, für Leihbeschäftigte aushandeln.

 


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