Fair Owner-Vereinbarung:

Thyssenkrupp Elevator: Beschäftigte wollen Sicherheit

  • 08.11.2019
  • IG Metall
  • Aktuelles

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Bislang einmalig in der Geschichte des Unternehmens fanden heute bundesweit mehr als 20 Betriebsversammlungen für alle Beschäftigten von Thyssenkrupp Elevator statt.

Thyssenkrupp in Berlin: Verkauf nur mit Fair-Owner-Vereinbarung

Die Zukunft der Aufzugs- und Fahrtreppensparte (Thyssenkrupp Elevator) von Thyssenkrupp ist momentan völlig offen. Geplant ist, einen Teil der hochprofitablen Aufzugssparte an die Börse zu bringen, aber es wird öffentlich auch über einen Teilverkauf oder gar Komplettverkauf spekuliert. Im Gespräch sind sowohl Finanzinvestoren als auch direkte Konkurrenten wie KONE oder Hitachi. Bei den Beschäftigten herrscht große Verunsicherung.

In Berlin informierten der Betriebsrat und die IG Metall auf einer sehr gut besuchten Versammlung die Beschäftigten der beiden Firmen Thyssenkrupp Aufzüge und Tepper Aufzüge über die Situation bei Thyssenkrupp. Sie bezogen klare Positionen: „Niemand weiß heute, wer in Zukunft bei Elevator das Sagen hat. Für uns Beschäftigte ist aber vor allem wichtig, dass die Arbeitsplätze sicher sind und es keine Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und der Entgelte gibt,“ sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Aufzüge, Max Welle. „Deshalb fordern wir zusammen mit der IG Metall einen Tarifvertrag, der dies für alle möglichen Szenarien sicherstellt.“

Ingo Harms, der zuständige politische Sekretär der IG Metall Berlin, betonte, dass für die IG Metall eine Mehrheitsbeteiligung von Thyssenkrupp an der zukünftigen Thyssenkrupp Elevator AG die präferierte Variante sei. Die IG Metall werde sich mit aller Macht gegen eine Zerschlagung von Elevator wehren: „Wir fordern von jedem Kaufinteressenten, dass er ein Zukunftskonzept vorlegt, das die Arbeitsplätze sichert. Ohne eine Fair-Owner-Vereinbarung mit klaren Zusagen für die Beschäftigten wird es von uns keine Zustimmung geben“, sagt Ingo Harms.

Im Moment verhandelt die IG Metall in Essen mit der Arbeitgeberseite über einen Zukunftstarifvertrag. Insbesondere die Frage der Standort- und Beschäftigungssicherung ist aber strittig. Betriebsrat und IG Metall kündigten an, dass in den nächsten Wochen weitere Aktionen notwendig werden könnten, um den Forderungen der Beschäftigten Nachdruck zu verleihen.


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